Home
http://www.faz.net/-gu4-71frq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Crashtest - Die Formel-1-Kolumne Der Greis ist heiß

Was denn nun? Einbuchten oder Anhimmeln? Eben noch gejagt, muss Bernie Ecclestone den Großen Preis von Deutschland retten - mal wieder. Dass er dem Nürburgring weiterhilft, ist nicht mal ausgeschlossen.

© dpa Vergrößern Immer ein offenes Ohr: Bernie Ecclestone

Ach, die Deutschen: Während der Staatsanwalt aus München Charles Bernhard Ecclestone hinterher jagt, sehnen sich die Pleitiers vom Nürburgring nach der rettenden Hand des kleinen Mannes von der Insel. Nach einer Pfote, die vor Wochen kaum einer mehr schütteln wollte. Was für ein Bild ergibt das eigentlich?

Anno Hecker Folgen:  

Das vom Zampano der Formel 1, wie er in diesem Land schwebt zwischen Einbuchtung und Verherrlichung. Also fragt man sich, wo er landen wird. Vielleicht doch auf einem Sockel vor der Grand-Prix-Strecke in der Eifel, wenn Ecclestone einer Anklage wegen Bestechung entgeht und 2013 um jeden Preis einen Grand Prix in Deutschland austragen lassen will.

Dann müsste er aber wohl höchst persönlich als Promotor auftreten. Ungewöhnlich wäre das nicht. Aber ob es auch besonders verdienstvoll wäre - für Ecclestone und die Teams? Nein. Mit Formel-1-Rennen macht man (ohne Subventionen) keinen Gewinn mehr. Ihre Antrittsgage ist in der Regel nicht mehr zu refinanzieren.

Ausverkauft? Die Nürburgring-GmbH ist insolvent Ausverkauft? Die Nürburgring-GmbH ist insolvent © dpa Bilderstrecke 

Es sei denn, Ecclestone, der Formel-1-Vermarkter, böte Ecclestone, dem Grand-Prix-Promotor in der Eifel, einen Discountpreis an. Die Voraussetzungen sind so schlecht nicht. Schon den Rennfreunden in Hockenheim hat der blitzgescheite Greis aus London aus alter Verbundenheit über die Runden geholfen.

Mit einer Gage von 14 Millionen Dollar liegt man weit unter dem, was die Asiaten für den Auftritt der Boliden zahlen. Allerdings müssen die Hockenheimer Ecclestone beteiligen, wenn an diesem Wochenende mehr als 50.000 zahlende Zuschauer kommen; mit angeblich 100 Euro für jeden weiteren Kartenverkauf. Wie zu hören ist, läuft das Geschäft nicht so wie gewünscht.

Mehr zum Thema

Obwohl doch die Formel 1 nichts an Spannung verloren hat, im Gegenteil: ständige Führungswechsel in der Fahrerwertung, Vettel als Titel-, Schumacher als Siegkandidat. Was kann man denn noch bieten? Die Sorgen und die möglichen Verluste aber sind nichts gegen das, was der Formel 1 im Herrschaftsbereich der Europäischen Kommission droht.

Wenn die Wettbewerbshüter endgültig feststellten, dass öffentliche Subventionen für eine Rennstrecke in der Eifel nicht erlaubt sind, dann gilt das Verbot wohl auch für Belgien, England, Italien, Spanien und Ungarn - gemeinhin alle mehr oder weniger staatlich unterstützte Europastationen der Formel 1.

Crashtest - Die Formel-1-Kolumne bei FAZ.NET: Anno Hecker, Christoph Becker und Michael Wittershagen folgen Woche für Woche dem schnellsten Kreisverkehr der Welt auf den Rennstrecken und abseits der Boxengassen.

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ende der Verhandlungen Formel 1 fährt 2015 nicht in Deutschland

Nach Bernie Ecclestone erklären auch die Betreiber von Nürburg- und Hockenheimring das Ende der Verhandlungen. Erstmals seit 1960 wird es in diesem Jahr kein Formel-1-Rennen in Deutschland geben. Für die Fans gibt es zwei Alternativen. Mehr

17.03.2015, 17:15 Uhr | Sport
Rundgang Linssen Grand Sturdy

Ein Video-Rundgang auf der Linssen Grand Sturdy, dem nagelneues 1,5-Millionen-Euro-Flaggschiff des Unternehmens. Alles sehr gediegen, sehr praktisch, traditionell durch und durch. Niederländischer geht es nicht. Mehr

10.02.2015, 17:00 Uhr | Technik-Motor
Formel 1 Mercedes wollte Rennen in Deutschland retten

Auch offiziell findet in diesem Jahr erstmals seit 1960 kein Formel-1-Rennen in Deutschland statt. Dabei gab es noch ein Rettungsangebot durch Mercedes, das einen signifikanten Betrag bot. Dieser wurde aber nicht angenommen. Mehr

20.03.2015, 14:50 Uhr | Sport
Formel 1 Hamilton feiert zweiten WM-Titel sehr zurückhaltend

Der neue Formel-1-Champion Lewis Hamilton hat sich auf der Siegesfeier nur einen Drink erlaubt. Er ist einer von nur vier Briten, die mehr als einmal Formel-1-Weltmeister geworden sind. Mehr

24.11.2014, 16:55 Uhr | Sport
Training in Melbourne Silberpfeile in einer anderen Welt

Bei der Jagd auf Weltmeister Lewis Hamilton legt Mercedes-Kollege Nico Rosberg im Training zum Formel-1-Auftakt in Melbourne eine Bestzeit vor. Der Abstand zu den anderen Teams allerdings ist schon riesig. Nur einer kann annähernd mit den Silberpfeilen mithalten. Mehr

13.03.2015, 09:01 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 18.07.2012, 17:02 Uhr