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Veröffentlicht: 08.05.2013, 14:24 Uhr

Crashtest - die Formel-1-Kolumne Bitte die Lenksäulen prüfen!

Oh Schreck! HRT startet ein Comeback. Doch Sebastian Vettel muss sich nicht fürchten vor den Bremsspuren des langsamsten Teams der vergangenen Jahre. Die Rückkehr in den Rennzirkus findet bei Seniorenrennen statt.

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© AFP Der Schrecken der Rennstrecke: HRT kehrt zurück - in die BOSS-Serie

Da wäre uns aber fast die Paella-Gabel aus der Hand gefallen, am vergangenen Wochenende. In Gedanken schon beim Europastart der Formel 1 in Barcelona an diesem Freitag, lasen wir plötzlich: Comeback von HRT. ¡¿Cómo!? Das spanische Team war in den drei Jahren zwischen 2010 und 2012 so erfolglos, dass im März beim Auftakt in Melbourne mancher schon die Motorhomes der Teams zählen musste, um zu merken, dass HRT nicht mehr an den Start geht. Neun, zehn, elf, zwö – Moment, da fehlt doch einer. Eben. HRT war nirgends zu sehen.

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Seither drehen elf Teams und 22 Fahrer ihre Rennrunden. Über den Winter war den Spaniern endgültig das Geld ausgegangen, mancher dürfte froh darüber sein. Sebastian Vettel zum Beispiel, der sich vergangenes Jahr in Malaysia mit dem Inder Narain Karthikeyan intensiv angefreundet hatte, nachdem der Mann im HRT in Runde 48 die Cojones gehabt hatte, dem Weltmeister nicht schnell genug auszuweichen. Und Bernie Ecclestone, dem die klammen Nachzügler im Feld ohnehin seit langem auf die Nerven gehen. Wahrscheinlich sogar die HRT-Piloten Karthikeyan und Pedro de la Rosa selbst, denn nachdem der Inder im Herbst beim Rennen in Abu Dhabi urplötzlich bremsend als Sprungschanze für Nico Rosberg im Mercedes diente, war der Grund schnell klar: die Lenksäule war gebrochen, womöglich aus Überalterung.

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Die spanische Zeitung AS berichtete, das Team erwöge einen Rückzug aus dem Renngeschäft vor Saisonende. Kurzum: Den Eindruck, den HRT hinterließ, insbesondere nachdem Ende 2011 der Gredinger Teamchef  Colin Kolles vor die Tür gesetzt worden war, ließ manchen an den Seelenverkäufer des fliegenden Holländers denken. Als der Rückzug ein Jahr später feststand, waren wir froh, dass HRT nicht dazu verdammt war, auf ewig die Schikanen der guten Hoffnung auf den Rennstrecken des Formel-1-Kalenders umrunden zu müssen.

Bitte Lenksäulen prüfen

Umso größer nun der Schreck Ende vergangener Woche, als uns das angebliche Comeback ins Auge fiel. Wir lasen weiter. Der Spanier Teo Martin, der die Insolvenzmasse übernommen hatte, will zwei HRT-Rennwagen des Jahrgangs 2011 in der Boss GP Serie starten lassen, schrieben die Kollegen des englischen Fachblatts Autosport.

HRT Formula One driver Karthikeyan sits in his car during the third practice session of the Australian F1 Grand Prix at the Albert Park circuit in Melbourne © REUTERS Vergrößern Sicherheitsvorkehrungen sind wichtig: Narain Karthikeyan fuhrt einmal HRT

Boss-GP-Rennen, da sollte sich niemand täuschen lassen, werden nicht etwa in Geschäftsanzügen aus schwäbischer Produktion ausgetragen. Boss steht für Big Open Single Seaters, große, offene Einsitzer. Am Start: Formel-Rennwagen aller Klassen aus der Zeit von 1989 bis heute. Am Steuer: Rennfahrer vieler Gewichtsklassen, Geburtsjahrgänge von 1944 nicht ganz bis heute. HRT-Comeback beim Youngtimerrennen, das könnten die ersten Meisterschaftspunkte für das Team werden, mutmaßt nun der ein oder andere Experte. Könnte sein, mutmaßen wir. Trotzdem sollte vor dem Start noch mal jemand die Lenksäulen kontrollieren.

Anno Hecker, Christoph Becker und Michael Wittershagen folgen dem schnellsten Kreisverkehr der Welt - auf den Formel-1-Rennstrecken und abseits der Boxengassen: Crashtest - die Formel-1-Kolumne.

Quelle: FAZ.NET

 

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