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Falsche Berichterstattung : „Bunte“ muss Schumacher 50.000 Euro zahlen

  • Aktualisiert am

Michael Schumacher 2013 vor seinem Unfall: Seine Familie hatte mindestens 100.000 Euro gefordert. Bild: dpa

„Es ist mehr als ein Weihnachtswunder – Michael Schumacher kann wieder gehen“, lautetet eine Schlagzeile der „Bunten“. Stimmt nicht, urteilte eine Richterin jetzt. Die Familie von Schumacher hatte mindestens 100.000 Euro gefordert.

          Das Magazin „Bunte“ muss dem ehemaligen Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher wegen einer schweren Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte 50.000 Euro Entschädigung zahlen. Die Zeitschrift hat darüber hinaus die Prozesskosten zu 65 Prozent sowie die Abmahnkosten zu tragen, wie die Pressekammer des Landgerichts Hamburg am Freitag nach Angaben eines Gerichtssprechers entschied. Die „Bunte“ hatte am 22. Dezember 2015 getitelt: „Es ist mehr als ein Weihnachtswunder – Michael Schumacher kann wieder gehen.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

          Der Rennfahrer war zwei Jahre zuvor bei einem Skiunfall schwer verunglückt und widmet sich seitdem stark zurückgezogen seiner Therapie. Das Gericht geht in seinem Urteil davon aus, dass die Behauptung des Magazins, Schumacher könne wieder gehen, falsch war. „Da er heute nicht gehen kann, ist es unwahrscheinlich, dass dies damals der Fall war“, sagte der Gerichtssprecher. Die Anhaltspunkte für eine Gehfähigkeit, die der Informant „Bunte“ nannte, seien so dürftig gewesen, dass daraus nicht auf eine Gehfähigkeit habe geschlossen werden können.

          Schumacher hatte 100.000 Euro Entschädigung von „Bunte“ gefordert. Das Gericht sprach dem 48-Jährigen deutlich weniger zu. Es hielt der Zeitschrift zugute, dass sie überhaupt recherchiert hatte und es einen Informanten nachweislich gab. Gegen das Urteil können beide Seiten Berufung zum Oberlandesgericht einlegen.

          Der ehemalige Formel-1-Star wehrt sich immer wieder gegen Medienberichte über seinen Gesundheitszustand. Im vergangenen Januar entschied der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, dass Schumacher Presseartikel über mögliche medizinische Maßnahmen nach seinem Ski-Unfall dulden muss (AZ: VI ZR 382/15). Zudem dürfen Medien demnach nicht nur über bekanntgegebene Fakten des Gesundheitszustandes von Schumacher berichten, sondern diese auch sachlich kommentieren.

          Quelle: dpa

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