Gut gerüstet, aber nicht überlegen: WM-Spitzenreiter Michael Schumacher blickt dem Großen Preis von Spanien mit großer Zuversicht entgegen, doch der bisher überlegene Formel-1-Weltmeister ist jederzeit auch auf Rückschläge gefasst.
„Ich habe genug Erfahrung im Rennsport, dass ich weiß, wie schnell sich die Dinge ändern können“, sagte der Ferrari-Star am Donnerstag vor dem fünften WM-Lauf in Barcelona. „In Australien war ich auch so weit vor allen anderen, und gleich danach in Malaysia sah es schon wieder anders aus.“
Gute Bilanz in Barcelona
Allerdings habe er entscheidende Tests mit dem neuen Ferrari F 2002 auf dem Kurs des bevorstehenden Grand Prix absolviert: „Ich fühle mich sehr gut vorbereitet.“ Gerade auf dem Circuit de Catalunya, wo Schumacher bereits drei Siege gefeiert hatte und mit insgesamt 60 WM-Punkten der erfolgreichste Pilot ist, zeige sich das wahre Potenzial eines Autos.
Vor dem fünften Rennen der Saison am Sonntag (14.00 Uhr/live in RTL und Premiere) hatte Schumacher abseits der Rennstrecke mit einem politischen Eingeständnis für Aufsehen gesorgt. „Ich habe, um ehrlich zu sein, noch nie gewählt“, sagte der Rheinländer der Zeitschrift „Max“.
Wählen sollen andere
Er schloss jedoch nicht aus, dass sich dies in Zukunft ändern könnte, wenn die Faktoren, die ihn allgemein an der Politik stören, andere wären. Auch die Tatsache, dass er nicht in Deutschland lebt, sei ein Grund für seine Haltung. „Da ich in der Schweiz wohne, bin ich der Ansicht, ich sollte das Wählen denjenigen überlassen, die in Deutschland leben.“ Innerhalb der Formel 1 scheint der Kerpener aber großen Einfluss zu haben.
Die Zeitschrift „F 1 magazine“, bei der Formel-1-Chef Bernie Ecclestone als Investor gilt, positionierte den viermaligen Champion in einer Liste der 100 mächtigsten Männer im Rennzirkus an erster Stelle noch vor Ecclestone. „Ich wusste gar nicht, dass ich Bernie so viel Geld gezahlt habe“, meinte Schumacher amüsiert.
Der Ferrari-Star, der die WM-Wertung nach drei Saisonsiegen mit 34 Punkten vor seinem Bruder Ralf (20) und dessen Williams-BMW-Kollegen Juan Pablo Montoya (17) anführt, kann in Barcelona mit einem erneuten Erfolg aus dem Blickfeld der Konkurrenz enteilen.