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Formel 1: Saisonauftakt in Melbourne Enge Rennen, knappe Kassen

 ·  Immer auf der Hut: Auch 2013 wird in der Formel 1 die Leistungsdichte so hoch sein, dass aus strahlenden Gewinnern schnell frustrierte Verlierer werden können. Das liegt vor allem an der dramatisch schlechten wirtschaftlichen Lage einiger Teams.

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© AFP Rad an Rad: Auch 2013 wird es garantiert spannend in der Formel 1

In Melbourne erfahren sie es: ob ihr Bolide läuft, ob er das Zeug zum Champion hat in der neuen Formel-1-Saison. Die Steuerexperten und ihre Ingenieursarmada werden das aber nicht zeigen, jedenfalls nicht in aller Öffentlichkeit. Und mancher wird erzählen, erst am Samstag werde die Stunde der Wahrheit im Qualifikationstraining schlagen. Danach verweisen die Protagonisten gern auf das Rennen am Sonntag. Weil es doch nur im Grand Prix etwas zu gewinnen gebe. So geht das weiter. Nur nicht festlegen, immer auf der Hut sein, nicht stehen bleiben. Denn auch in der Formel 1 2013 wird die Leistungsdichte der Siegerkandidaten so hoch sein, dass kleine Fehler aus einem strahlenden Gewinner am Sonntag eine Woche später in Malaysia einen frustrierten Verlierer machen.

Eine Gewinnsucht, die blind macht

Das ist keine gewagte Vorhersage. Gerade weil es kaum Regeländerungen gibt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung der packenden Szenen aus der Saison 2012 recht hoch: spannende Rennen, verschiedene Sieger, vielleicht wieder ein grandioses Finale. Weil Vettels Autokonstrukteure im vierten Jahr der Modellentwicklung wohl kaum noch große technische Vor-Sprünge machen können, sollte die Konkurrenz, wie etwa Ferrari, näher gekommen sein. „Es wird“, sagte der Weltmeister, „eng werden.“

Das gilt leider nicht nur für die große Sause in 19 Akten bis zum 24. November. Obwohl die Formel 1 seit 2006 bei sieben Versuchen fünfmal ein nervenzerreißendes Unterhaltungsprogramm bot bis hin zu WM-Entscheidungen in der letzten Runde, hat sich ihre wirtschaftliche Lage dramatisch verschlechtert. Nicht nur McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh behauptet, dass nur vier der elf Teams auf stabilen Beinen stehen. Das liegt nicht allein an der Wirtschaftskrise im Formel-1-Kernmarkt Europa, sondern vor allem an den Rennställen selbst. Sie haben es trotz einiger Bemühungen nicht geschafft, die Zeichen der Zeit zu verstehen und zum Beispiel die Budgets so zu reduzieren, dass kleinere Teams noch halbwegs mithalten können. Warum? Weil eine Gewinnsucht herrscht, die blind macht für das, was die Formel 1 auf Dauer am Leben erhält: die Aufstiegschance für Herausforderer.

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Jahrgang 1964, verantwortlicher Redakteur für Sport.

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