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Formel 1 Ralf Schumacher hat etwas gegen Langeweile

 ·  Ein dominierender Michael Schumacher tut der Formel 1 nicht gut - sagt sein Bruder Ralf vor dem Rennen in Barcelona.

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Gegen Schumacher hilft nur Schumacher: Das Bruderduell soll die Formel 1 in Barcelona vor der großen Langeweile retten. Verbal wird der Ton innerhalb der Familie vor dem Kräftemessen auf dem Circuit de Catalunya am Sonntag (14 Uhr/RTL und Premiere live) so rauh wie selten zuvor.

„Ich vergleiche mich selten mit meinem Bruder, ich habe Wichtigeres zu tun. Ein Vorbild ist er für mich nicht, ich wüsste nicht, für was“, sagt Ralf Schumacher. Trotz der sportlichen Demonstration seines Bruders Michael in Imola und 14 Punkten Rückstand in der WM werde er in seinem BMW-Williams weiter mit aller Macht um den Titel kämpfen: „Das Blatt wird sich wieder drehen.“

Daran glaubt der Weltmeister zumindest für Barcelona nicht, auch wenn er den Titelkampf weiter für offen hält: „Ralf hat gedacht, dass die Meisterschaft näher ist, aber er ist eines Besseren belehrt worden. Er war sich sicher, dass die letzten beiden Strecken sein Terrain sind.“ Waren sie nicht - beide Male gewann Michael Schumacher im neuen Ferrari F2002.

Beide Schumachers verbreiten Optimismus

Das wird sich nach Ansicht des viermaligen Weltmeisters auch in Spanien nicht ändern, wo er im Januar einen schweren Unfall bei Testfahrten unverletzt überstanden hatte. Im vergangenen Jahr bekam er den Sieg durch den Ausfall von Mika Häkkinen in der letzten Runde geschenkt, diesmal will er aus eigener Kraft gewinnen: „Die Chancen für uns stehen gut. Wir waren dort bei Tests sehr konstant und sehr schnell und haben unsere Reifenauswahl getroffen.“

Bisher seien die von Ferrari verwendeten Bridgestone-Reifen in Barcelona immer besser als die Michelin-Pneus seines Bruders gelaufen: „Mich würde wundern, wenn das diesmal anders wäre.“ Ralf Schumacher glaubt aber an seine Chance: „Wir werden aerodynamisch besser als in Imola sein und neue Reifen haben. Das sind genau die Dinge, in denen der neue Ferrari besser als der BMW war. Deshalb bin ich optimistisch, weiterhin auch für die WM.“

Zumal seinem in Sachen Motorpower überlegenen Kraftpaket die nächsten Strecken noch besser liegen. Ralf Schumacher: „Wir werden schon dafür sorgen, dass es nicht langweilig wird.“

Neid auf die „rote Göttin“

Immerhin geht sein Ferrari-Konkurrent trotz drei Siegen in vier Saisonrennen nicht davon aus, dass er den WM-Titel (Nummer fünf wäre Rekord) wie im Vorjahr schon im August in Budapest feiern kann. Es sei in jedem Fall voreilig, jetzt schon die Disco für die Siegesfeier an der Donau zu reservieren: „Man darf sich nie zu sicher sein. Ich glaube nicht an eine Dominanz, die über das ganze Jahr anhalten wird.“

Selbst Ralf hat aber inzwischen eingesehen, dass der neue F2002 „eher eine rote Göttin als ein grüner Frosch ist“. Das schafft Neid: Neben McLaren-Mercedes argwöhnte jüngst auch BMW-Williams, dass der neue Heckflügel an des Weltmeisters Ferrari nicht regelkonform sei.

„Ich bin in Imola nur zum Jo Bauer von der FIA gegangen“, berichtet Ralf Schumacher, „und habe ihm so aus Spaß gesagt: Kannst Du nicht was am Ferrari finden, damit es nicht so langweilig wird. Da hat er geantwortet, da waren schon andere bei mir. Aber das Auto ist ja danach kontrolliert und als regelkonform bezeichnet worden.“

Der Weltmeister hat etwas gegen Intrigen

Derlei Intrigen findet Michael Schumacher weniger schön. „Wenn man Bedenken hat, kann man sich offiziell bei den Stewards melden. Das wurde jetzt hintenrum gemacht“, sagt der Kerpener in der „Bild“-Zeitung. Laut Ferrari-Technikchef Ross Brawn ist der superschnelle Ferrari ausschließlich ein „Ergebnis der harten Arbeit vieler Fachkräfte“.

Ein hartes Stück Arbeit vor allem für Ralf Schumacher, will er Ferrari öfter besiegen. Zumal sein großer Bruder überhaupt nicht an Rücktritt denkt: „Das ist kein Thema. Ferrari-Chef Montezemolo hat mir einen Vertrag auf Lebenszeit angeboten. Aber soll ich wirklich noch mit 100 fahren?“ Ralf Schumacher kennt die Antwort.

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