Michael Schumacher hat das Ferrari-Jubiläum an historischer Stelle mit seiner insgesamt 40. Pole-Position gekrönt. Auf den Tag genau 50 Jahre nach dem ersten Grand-Prix-Sieg der „Roten“ durch Jose Froilan Gonzales in Silverstone fuhr der dreimalige Formel-1-Weltmeister am Samstag im Qualifikationstraining zum Großen Preis von Großbritannien die Bestzeit.
„Wir haben alles unter Kontrolle“, sagte der 32 Jahre alte Kerpener zuversichtlich. Am Sonntag will Schumacher mit seinem insgesamt 51 Sieg den
Fabel-Weltrekord des Franzosen Alain Prost einstellen.
Starke Zeit von Häkkinen
Allerdings könnten die Silberpfeile bei ihrem Heimrennen Schumacher das Festival noch verderben. Pechvogel Mika Häkkinen, der zuletzt hauptsächlich mit Spekulationen um seinen angeblichen Rücktritt für Schlagzeilen gesorgt hatte, meldete sich mit Rang zwei eindrucksvoll sportlich zurück. Der Schotte David Coulthard belegte im zweiten Silberpfeil Rang drei. „Es ist schön für Mika, dass er nach seinem harten Jahr zurück ist“, freute sich sogar Schumacher für seinen alten Rivalen. Der Finne sagte: „Ich bin etwas enttäuscht, dass es nicht zur Pole gereicht hat, aber nicht so sehr, da der Abstand minimal ist.“
Schumacher lag auf dem 5,141 km langen Kurs in 1:20,447 Minuten nur 82 Tausendstel-Sekunden vor Häkkinen. Coulthard, der einzig halbwegs ernsthafte Konkurrent des Rheinländers im Titelrennen, benötigte 1:20,927 Minuten. Vor dem 11. Saisonlauf am Sonntag (Start: 14 Uhr MESZ) liegt der Schotte (47 Punkte) schon 31 Zähler hinter dem souveränen WM-Spitzenreiter Schumacher (78). Dessen Bruder Ralf, der als Zehnter sein schlechtestes Qualifying-Ergebnis der Saison hinnehmen musste, ist mit 31 Punkten abgeschlagener Gesamtdritter.
Coulthard hofft in Silverstone auf einen Hattrick und Häkkinens Hilfe. „Es hängt von der Situation ab, ob ich mit Mikas Unterstützung rechnen kann“, relativierte er. Der Finne, der seit elf Monaten auf einen Sieg wartet, meinte: „Ich habe noch nie den britischen Grand Prix gewonnen, was ich mal gerne tun würde.“ Aber er habe ja bereits am Vortag angekündigt, dass er seinen Teamkollegen im Ernstfall unterstützen werde. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug wies auf die gute Ausgangslage seines Fahrerduos hin, „zumal Mika weniger als ein Zehntel Abstand auf die Pole hat“.
Ralf Schumacher fuhr hinterher
Ralf Schumacher trennten dagegen nach seiner vor zwei Wochen gefeierten Pole-Premiere in Magny-Cours Welten vom großen Bruder. Der Williams-BMW-Pilot lag als Zehnter 1,836 Sekunden zurück. „Es ist leider sehr unglücklich gelaufen. Unser Timing war heute nicht gut“, bilanzierte „Schumi II“ betrübt. BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger meinte sarkastisch: „Das war nicht unser Traumergebnis.“
Endlich wieder einmal ein Erfolgserlebnis durfte dagegen Heinz- Harald Frentzen feiern. Der Mönchengladbacher Jordan-Pilot kommentierte Platz fünf in 1:21,217 Sekunden zufrieden: „Ich hatte schon die ganze Zeit ein gutes Gefühl.“ Nick Heidfeld urteilte nach seinem neunten Rang im Sauber-Petronas: „Drei Zehntel wären drin gewesen.“