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Formel 1 Klagen und Verdächtigungen der Konkurrenz

 ·  Nach Michael Schumachers „Kaffeefahrt“ im Monsun von Malaysia rätseln die gedemütigten Formel-1-Rivalen über das Geheimnis des Wunder-Ferrari. „Michael fährt in einer anderen Liga. Als er mich überholte, kam es mir vor, als würde ich parken“, sagte Schumachers neuer Intimfeind Heinz-Harald Frentzen ratlos. Der Mönchengladbacher vermied jedoch das Wort Traktionskontrolle, dennoch wird Schumi von der Konkurrenz verdächtigt.

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Experten und Konkurrenten rätseln über das Geheimnis des Wunder-Ferrari. „Als er mich überholte, kam es mir vor, als würde ich parken“, sagte Schumachers Intimfeind Heinz-Harald Frentzen ratlos. Der Mönchengladbacher sprach nicht von einer Traktionskontrolle, hatte er wegen diesbezüglicher Unterstellungen erst vor wenigen Tagen einen deutlichen Rüffel vom Weltmeister bekommen.

Dennoch: Niemand konnte sich einen wirklichen Reim darauf machen, warum Schumacher auf zum Teil regennasser Piste mit Intermediate-Reifen (eine Mischung aus Slicks und Regenreifen) fünf Sekunden schneller war als sämtliche Gegner mit Regenreifen oder Slicks. „Das war lächerlich, die Ferrari sind Kreise gefahren um alle anderen. Sie haben die Konkurrenten überholt als wären das nur Formel-3-Autos“, stellte RTL-Kommentator und Ex-Formel-1-Pilot Christian Danner verwundert fest.

Alles rechtens?

Im Gegensatz zu Frentzen, der eine weitere Auseinandersetzung mit Seriensieger Schumacher vermeiden will, ließ Danner anklingen, dass bei den „Roten“ möglicherweise doch nicht alles mit rechten Dingen zugehen könnte. „Der Ferrari ist allen anderen Autos in allen Bereichen klar überlegen. Sie haben mehr Abtrieb, können später bremsen, schneller durch die Kurven fahren und haben eine intergalaktische Traktion“, meinte der Münchner vielsagend. Dass Schumacher fast wie auf Schienen zu seinem sechsten Sieg in Folge fuhr, gab den Gerüchten über eine Traktionskontrolle neue Nahrung.

Wundersame Traktion

Die elektronische Fahrhilfe verhindert vor allem beim Beschleunigen aus langsamen Kurven ein Durchdrehen der Räder. Der Haken daran: Noch ist die Traktionskontrolle verboten, erst ab dem Spanien-Grand-Prix am 29. April in Barcelona ist sie erlaubt. Doch die fast schon wundersame Traktion des Ferrari ist es, an der die Konkurrenz derzeit verzweifelt. „Ich würde denen nie was Illegales zuschreiben. Aber sie haben was Besseres, keine Frage. Wo und wie sie das machen, wissen wir alle zusammen nicht“, spricht BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger aus, was viele im Fahrerlager denken.

Michael Schumacher hatte bereits zuvor alle Vorwürfe als „dumme und unfaire Spekulationen“ zurückgewiesen. Sein großer Vorsprung in Malaysia sei völlig normal, schon Reifentests vor der Saison hätten gezeigt, dass man mit Intermediates unter derartigen Bedingungen mehrere Sekunden schneller sei, meinte der Ferrari-Star.

Vorwurf zurückgewiesen

Zuspruch erhält Schumacher vom Schweizer Teamchef Peter Sauber, der vermutet, dass ein „sehr cleveres Motorenmanagement“ hinter der Überlegenheit von Ferrari steckt: „Die schaffen es halt besser als alle anderen, die Kraft des Autos auf die Straße zu bringen.“ Auch Frentzen hatte von einer „legalen Traktionskontrolle“ gesprochen, einem vom Motor gesteuerten System, das in bestimmten Situationen die zu den Rädern gelangende Kraft begrenzt. Für Berger kommt die Freigabe der Traktionskontrolle eindeutig zu spät: „Für mich ist unverständlich, warum man ein Reglement erst nach dem vierten Rennen ändert, wenn man sagt, es ist zu schwierig, es in seiner derzeitigen Form zu kontrollieren. Die ganze Diskussion wäre beendet, wenn nicht erst in Barcelona das Reglement geändert würde, sondern schon beim nächsten Rennen.“

Ferrari hatte sich gegen eine Einführung schon zu Saisonbeginn ausgesprochen mit der Begründung, die Renställe würden für derart weitreichende Änderungen eine gewisse Vorlaufzeit benötigen. Eine mögliche Illegalität des Ferrari hatte Schumacher schon in den Tagen zuvor zurückgewiesen: „Wir führen alle Teile bei der FIA vor, bevor wir sie einsetzen. Wenn jemand glaubt, wir hätten was Illegales, dann kann er protestieren. Sonst sollte man sagen, dass wir einen besseren Job als die anderen gemacht haben.“

Quelle: @hel, mit Material von sid
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