Der zweifache Weltmeister Mika Häkkinen hat am Freitag seinen endgültigen Rücktritt aus der Formel 1 erklärt.
„Es ist an der Zeit aufzuhören“, sagte der Finne in einem am Hockenheimring gezeigten Video an. „Ich will die Zeit mit meiner Familie verbringen und meinen Sohn Hugo aufwachsen sehen. Diese Zeit bekommt man sonst nie zurück.“
Der Champion von 1998 und 1999 hatte sich nach der Saison 2001 und der Geburt von Hugo zunächst in ein „Babyjahr“ verabschiedet, jetzt zog er sich endgültig aus der Königsklasse zurück. Häkkinen: „Ich habe in meiner Karriere mit so vielen Menschen zu tun gehabt. Bei ihnen will ich mich bedanken.“
Coulthard und Räikkönen bleiben
Der 33-Jährige, den McLaren nach zwei Lehrjahren im wenig konkurrenzfähigen Lotus 1993 zunächst als Testfahrer verpflichtet hatte, fuhr in seiner Karriere insgesamt 161 Grand Prix und feierte dabei insgesamt 20 Siege, die letzten 2001 in Silverstone und Indianapolis. „Diese beiden Rennen hatten mir in meiner Sammlung noch gefehlt, ich wollte sie unbedingt gewinnen“, sagte der Ex-Weltmeister auf McLaren-Mercedes.
Der britisch-deutsche Rennstall tritt auch in der kommenden Saison mit David Coulthard (Schottland) und Häkkinens Landsmann und Nachfolger Kimi Räikkönen an. Test- und Ersatzfahrer bleibt der Österreicher Alexander Wurz. Dies gab das Team offiziell bekannt.
Rücktritt überrascht nicht
Häkkinens Botschaft war keine Überraschung, allenfalls die Form, in welcher er sich aus der Formel 1 verabschiedete: Von seinem malerischen Sommersitz Valkeala an einem finnischen See, umrahmt vom goldenen Abendlicht mit Ehefrau Erja und Söhnchen Hugo im Arm - ein rührendes und vielleicht auch etwas rührseliges Bild von Familienidylle.
„Das ist meine Art, es mitzuteilen“, sagte der 33-Jährige sichtlich gerührt via Bildschirm in Richtung Formel-1-Circuit. „In einer Pressekonferenz hätte ich meine Gefühle nicht so gut rüberbringen können.“
„Es ist schade“, kommentierte Michael Schumacher das Karriereende. „Aber um ehrlich zu sein: Es hätte mich überrascht, wenn es anders gekommen wäre. Er hat angefangen, sein neues Leben zu genießen.“
„Danke, ich werde euch vermissen“
Seinen Teamchef Ron Dennis unterrichtete Genießer Häkkinen erstmals im Mai 2001 in Monaco über seine Rücktrittspläne: „Ron riet mir von einer vorschnellen Entscheidung ab und schlug ein Jahr Pause vor.“ Diesem Rat folgend, nahm Häkkinen für diese Saison eine Auszeit. Das britisch-deutsche Team verpflichtete seinen jungen Landsmann Räikkönen für angeblich 20 Millionen Dollar Ablöse von Sauber als Nachfolger.
Je länger Häkkinen das Familienleben genießen konnte, um so mehr Abstand gewann er zum Grand-Prix-Stress. In diesem Jahr tauchte er nur einmal bei seinem ehemaligen Heimrennen an seinem Wohnort Monaco auf. Das Angebot, wieder für McLaren zu fahren, reizte ihn nicht mehr.
Eine Rolle spielte auch sein lebensgefährlicher Unfall 1995 im Training zum Großen Preis von Australien. „Es wäre nicht richtig, das Glück weiter zu strapazieren“, erinnerte er daran. Nach 161 Rennen und einem Jahr „Babypause“ ist jetzt endgültig Schluss. „Ich gehe jetzt in die Sauna, Schwimmen und genieße das Leben“, sagte Häkkinen mit einem Lächeln. „Danke. Ich werde euch vermissen.“
Auch Coulthard wehmütig
Coulthard erinnerte mit etwas Wehmut an seine Partnerschaft mit Häkkinen: „Wir waren das dienstälteste Fahrerduo“, sagte der Schotte. „Ich wünsche meinem alten Teamkollegen einen glücklichen Ruhestand mit seiner Familie.“
Zuvor hatte McLaren-Mercedes ihn und Räikkönen für die kommende Saison bestätigt. Zur Vertragsdauer wollte Ron Dennis nichts mitteilen: „Beide Fahrer sind in der Lage Rennen zu gewinnen und Weltmeister zu werden, wenn wir ihnen das Material geben.“
Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug meinte: „Das Rennen in Magny-Cours hat gezeigt, wie konkurrenzfähig wir sind. Ich freue mich auf die Fortsetzung der Arbeit unseres Teams.“