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Fischer Comeback „Du spinnst ja“

 ·  Die siebenmalige Olympiasiegerin Birgit Fischer hat ihre Rückkehr in den Kanurennsport bekannt gegeben. Die 41 Jahre alte Brandenburgerin will 2004 zum sechsten Mal an Olympischen Spielen teilnehmen.

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Das Comeback ist unwiderruflich, am Donnerstag startet die „Kanutin des Jahrhunderts“ in das intensive Training für ihre sechste Olympia-Teilnahme. Auf einer Pressekonferenz in Berlin verkündete Deutschlands Rekord-Olympionikin Birgit Fischer am Mittwoch mit 41 Jahren offiziell ihre Rückkehr auf die Kanu-Rennstrecken der Welt.

In einer ersten Reaktion erklärte der Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV), Ulrich Feldhoff, daß auch eine Ausnahmeathletin wie Birgit Fischer im kommenden Frühjahr keinerlei Sonderregelungen bei der Olympia-Qualifikation erwarten dürfe. „Der DKV begrüßt natürlich ihre Entscheidung. Sie wird in allen Punkten vom Verband unterstützt. Aber die Spielregeln müssen eingehalten werden“, sagte Feldhoff. Er sicherte ihr unter anderem die finanzielle Beteiligung des Verbandes an Trainingslagern zu, die Birgit Fischer auf Grund der fehlenden Kader-Zugehörigkeit nicht automatisch in Anspruch nehmen kann. „Das ist eine Ausnahme-Situation“, begründete Feldhoff.

„Einer ist sicher nicht mein Ziel“

„Viele haben mir gesagt: Du spinnst ja. Aber für mich war das Comeback bereits seit August klar“, gestand die siebenmalige Olympiasiegerin und 27fache Weltmeisterin, nachdem sie im Blitzlichtgewitter der Fotografen ihr Sydney-Boot auf den Namen „Olympia“ getauft hatte. „Obwohl mir einige abrieten und darauf verwiesen, daß ich auch einen Namen zu verlieren hätte, habe ich mich so entschieden. Das ist schon der größte Erfolg für mich, eine Form meiner Lebensbejahung“, verkündete sie.

Bis zu den beiden nationalen Qualifikationen im April/Mai 2004 will sich die Brandenburgerin nun mit täglich ein bis zwei Trainingseinheiten in jene Form bringen, die einen Platz in einem der Teamboote für Athen garantiert. „Das wird ganz hart, etwa sieben weitere Damen erheben Anspruch auf einen Platz im Team, nur fünf dürfen zu Olympia. Der Einer ist sicher nicht mein Ziel“, kommentierte sie ihre Ziele. Rückendeckung bekommt Birgit Fischer auch von
Cheftrainer Josef Capousek: „Birgit kommt nicht als Retterin des DKV. Sie hat Freude am Sport, und ohne jenen Spaß geht es nicht. Ich bin überzeugt, sie macht keine halben Sachen“, sagte der Coach.

Sich unterordnen? „Nee, das kann sie nicht“

Im Kampf um das Athen-Ticket muß sich Birgit Fischer mit dann 42 Jahren nicht nur gegen das komplette WM-Team dieses Jahres, sondern auch gegen Australien-Rückkehrerin Katrin Borchert (Essen), die vor zwei Wochen die Freigabe des australischen Verbandes für Olympia erhielt, und Doppel-Olympiasiegerin Anett Schuck (Leipzig), die nach Babyjahr noch einmal angreift, behaupten. Neuerliche Querelen mit Katrin Borchert befürchtet sie vorerst nicht: „Meine Fähigkeiten liegen zwar auf der Schlagposition, aber ich kann mich auch unterordnen“, behauptete sie, bekam danach aber sofort Contra vom Cheftrainer. „Nee, das kann sie nicht“, sagte Capousek.

Bei ihrem zweiten Comeback nach 1991 setzt Birgit Fischer auch auf ungewöhnliche Trainingsmethoden. „Ich werde auch bei einer dünnen Eisdecke auf dem heimischen Beetzsee trainieren und mir mit einem kleinen Eisbrecher an der Bootsspitze freies Wasser verschaffen“, meinte sie. Noch Mitte November steht ein fünftagiges Trainingslager in Portugal an. „Mein größtes Defizit ist die Kraft. Da muß ich am meisten tun, aber das kann man im Winter ja auch an Land“, sagte sie.

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