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Fernsehen : Herzlichen Glückwunsch allerseits

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Die Geburtshelfer der Sportschau Bild: WDR/Klaus Barisch

Sie bestimmte den samstäglichen Biorythmus einer ganzen Fernsehnation. Am 4. Juni 1961 erstmals ausgestrahlt, feiert die Sportschau am Samstag ihren 40. Geburtstag.

          Ein Fernseh-Dauerbrenner wird 40. Deutschlands älteste Sportseriensendung, die ARD-Sportschau, flimmerte am 4. Juni 1961 erstmals über die Mattscheibe. Um 21.30 Uhr, ohne Bundesliga-Fußball und in schwarz-weiß.

          Umso bunter soll die Geburtstagsfeier am Samstag im Deutschen Sport- und Olympia-Museum in Köln ausfallen. „Es wird keine Gala. Wir wollen unterhalten und mit Sportlerinnen und Sportlern, über die wir in den vergangenen Jahrzehnten berichtet haben, ein paar schöne Stunden verbringen“, sagt „Mr. Sportschau“ Heribert Faßbender.

          Kurz, knapp, kompetent

          Der 60 Jahre alte Faßbender steht für die Kontinuität einer Sendung, die mit dem Start der Bundesliga 1963 den Samstag-Biorhythmus einer ganzen Nation zwischen 18.00 und 19.00 Uhr bestimmte. Er ist nach Hugo Murero (1961 - 1968) und Auftakt-Moderator Ernst Huberty (1968 - 1982) erst der dritte Sportschau-Chef in vier Jahrzehnten.

          Heribert Faßbender: Comeback mit der Sportschau?

          Kurz, knapp, kompetent und ohne großen Firlefanz - so lautete das Erfolgskonzept der Sportschau. Es bescherte den Machern im Kölner WDR Einschaltquoten von mehr als zehn Millionen Zuschauern und Marktanteile von über 60 Prozent. Neben dem „Fußball-Ballett“ hat sich das „Tor des Monats“ als Markenzeichen bis heute gehalten.

          Mit dem Hubschrauber zum Sender

          Anfangs durfte nur über drei Partien berichtet werden. Gestrickt wurden die Beiträge mit der heißen Nadel. „Erste Spielhälfte gelaufen, zur Halbzeit rein in den Hubschrauber und ab nach Köln. Mit dem Reporter im Cockpit. Oft bei Regen und Nebel. Mancher Pilot verlor die Orientierung und musste vorzeitig runter. Einmal mit Huberty an Bord. Keine Sicht mehr. Landung auf dem Bauernhof“, schrieb der im Vorjahr gestorbene Addi Furler vor zehn Jahren.

          Furler, Huberty, Dieter Adler und Günther Siefarth gehörten zu den Moderatoren der ersten Stunde. Aber auch Kollegen wie Harry Valerien oder Wim Thoelke, die später beim ZDF bekannt wurden, verdienten ihre ersten Sporen bei der ARD-Sportschau.

          Es soll wieder mehr Fußball geben

          1988 gingen die Bundesliga-Rechte erstmals an RTL und damit an einen Privatsender. Eine Spielzeit zeigten beide Sender parallel Fußball. Seitdem musste die Sportschau am frühen Samstagabend auf bewegte Bilder aus der Bundesliga verzichten und widmete sich verstärkt anderen Sportarten. Das muss aber nicht immer so bleiben. In den Schubladen liegen Konzepte für die Bundesliga-Erstverwertung.

          Schon in der nächsten Saison soll es wieder mehr Fußball in der Sportschau geben. „Wir werden umfangreicher als bisher über die Bundesliga berichten, zwar nicht mit laufenden Bildern, aber mit mehr Hintergrundinformationen“, kündigte Faßbender an. Die mögliche Verlegung der SAT.1 -Sendung ran auf Samstag, 20.15 Uhr, sieht er kritisch: „Der Fußball verkommt zur Handelsware. Er wird hin- und hergeschoben. Das kann der Sportart nur abträglich sein.“

          Anne Will moderiert die Geburtstagsfeier

          Bei der Geburtstagsfeier am Samstag im Deutschen Sport- und Olympia-Museum in Köln werden zahlreiche Prominente aus Politik, Sport und Gesellschaft gratulieren, darunter Bundesinnenminister Otto Schily, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement und DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder.

          Tagesthemen-Moderatorin Anne Will - zuvor Mitglied der Sportschau-Crew und erste Frau vor der Sportschau-Kamera - moderiert den Jubiläumsempfangs. Ein Fallschirmsprung von Ex-Turn-Weltmeister Eberhard Gienger auf das Dach des Sport-Museums soll für eine spektakuläre Eröffnung sorgen.

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