14.10.2006 · Die Formel-1-Fahrer bestimmten während dieser Saison Alsonso zum Direktor der Fahrervereinigung. So übernimmt der Spanier schon mal nominell den Job des zurückgetretenen Rekordmeisters.
Es sollte der letzte Kraftakt werden: So konzentriert und abgeschottet wie selten zuvor hat Michael Schumacher Anlauf genommen für den letzten Versuch, zum achten Mal Weltmeister zu werden. Mit 37, nach 15 Jahren als Pilot der Spitzenklasse, nach fast 250 Grand Prix, läuft die Zeit ab. Und die Jugend drängelt. Schließlich steht der Nachfolger schon bereit: Fernando Alonso hat bereits 2005 in Imola, Monate vor dem WM-Sieg, sein Meisterstück abgeliefert; als er mit abgefahrenen Reifen den heranfliegenden Ferrari-Star hinter sich hielt.
Und zwar mit allen Tricks, die Kartfahrer so über die Jahre lernen. Da mochte sich Schumacher über zwölf Runden am Heck von Alonsos Renault an seine ersten Jahre in der Formel erinnert haben. Der Junge hat es drauf: hoch talentiert am Steuer, intelligent, konzentriert, flexibel und extrem ehrgeizig: Ein Schumacher in Blau, der auf Qualifikationsrunden ständig über Funk quasselt, als sei er nicht ausgelastet. „So war es mit Michael auch“, erinnert sich Renaults Technischer Direktor Pat Symonds an die gemeinsame Zeit bei Benetton.
Symbolischer Akt der Machtübernahme
Alonso hat noch Kapazitäten frei. Auch für Spielchen. Weil er bei Renault die notwendige Unterstützung vermißt, die Schumacher bei Ferrari zweifellos genießt, kritisierte der Asturier nach dem Rennen in China 2006 seine Teamführung in aller Öffentlichkeit. Vermutlich wollte er für das Finale des Titelkampfes mit Schumacher einen Extraschub auslösen.
Solche offensiven, geschickten Auftritte sind dem introvertierten, öffentliche Präsentationen scheuenden Ferrari-Star eher fremd. Der Rheinländer arbeitet lieber hinter den Kulissen. Das wiederum wollte Alonso bislang vermeiden. Doch als Weltmeister hatte er keine Wahl. Die Kollegen bestimmten ihn während der Saison zu einem der drei Direktoren der Fahrervereinigung. So übernimmt Alonso schon mal nominell den Job des zurückgetretenen Schumacher. Es war ein symbolischer Akt der Machtübernahme. Der Kreis schließt sich.