Home
http://www.faz.net/-gtl-oseq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

FC Bayern „Fragen Sie doch den Franz“

Franz Beckenbauer hat mit seinem Vorstoß gegen Trainer Hitzfeld mal wieder einiges Porzellan bei Bayern München zerschlagen. Manager Hoeneß und der Vorsitzende Rummenigge fühlen sich verprellt.

© EPA Vergrößern Überrumpelt vom „Kaiser”: Karl-Heinz Rummenigge

Gereizt, die Ausführungen schmallippig, die Verärgerung ins Gesicht geschrieben: Nein, Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß wollten vor der Abfahrt zum Bundesliga-Spitzenspiel beim VfB Stuttgart die Aussagen von Franz Beckenbauer und Berichte über ein angebliches Votum des Aufsichtsrats gegen Trainer Ottmar Hitzfeld nicht kommentieren.

Mit der Ankündigung, man müsse VfB-Trainer Felix Magath womöglich schon in der neuen Saison als Hitzfeld-Nachfolger installieren, hatte der „Kaiser“ die beiden Vorstände der FC Bayern München AG und deren unwürdige Taktiererei wieder einmal vorgeführt.

Mehr zum Thema

Hoeneß: „Ich sage nichts“

„Es bleibt dabei. Ich sage nichts. Wir äußern uns erst nach der Saison“, knurrte Hoeneß, bevor er am Freitag morgen ins Büro marschierte. „Ich kommentiere solche Kommentare grundsätzlich nicht“, erklärte Hitzfeld selbst, der die Spekualtionen um seine Person bislang mit Fassung getragen hat. „Fragen Sie doch den Franz, wenn Sie mehr wissen wollen!“ schlug Rummenigge kurz und bündig vor, bestätigte aber wenigstens, daß am Montag eine Sitzung des Aufsichtsrats stattgefunden hat.

Bei der Zusammenkunft des Kontroll-Gremiums im Münchner Sheraton-Hotel unter Vorsitz von Beckenbauer soll Rummenigge und Hoeneß die Trennung von Hitzfeld zum Saisonende nahegelegt worden sein. Nach Angaben der Bild-Zeitung haben acht von neun Mitgliedern des Aufsichtsrats, dem unter anderen adidas-Boß Herbert Hainer und Focus-Chefredakteur Helmut Markwort angehören, ihren Daumen gesenkt: Anders als von Hoeneß immer beteuert, soll der Coach seinen bis 2005 laufenden Vertrag nicht erfüllen. Die Kündigung aussprechen kann indes nur der Vorstand und nicht der Aufsichtsrat.

Magath läßt sich alle Wege offen

Wie von Beckenbauer angedeutet, könnte nach der Partie der Bayern beim VfB Stuttgart alles ganz schnell gehen. Vor allem dann, wenn der Rekordmeister die direkte Champions-League-Qualifikation perfekt macht. Für Magath, dessen Kontrakt eigentlich auch noch bis 2005 gültig ist, wäre dann - bei Zahlung einer entsprechenden Ablöse - wohl der Weg nach München frei. Die Schwaben ihrerseits haben bereits mit dem Österreicher Walter Schachner vom Grazer AK verhandelt, neuerdings ist dort aber auch wieder der Leverkusener Trainer Klaus Augenthaler im Gespräch.

Und Hitzfeld? Der könnte in Ruhe abwarten, welche europäischen Spitzenvereine auf ihn zukommen. Aus England gab es offenbar bereits Interesse. Und dann ist da immer noch die Frage: Was macht DFB-Teamchef Rudi Völler, sollte die deutsche Nationalmannschaft bei der EM schon in der Vorrunde ausscheiden - was nach dem blamablen 1:5 in Rumänien und angesichts der starken Gruppengegner Holland und Tschechien durchaus möglich ist.

Quelle: sid

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Bayern-Boss Rummenigge Wünsche mir, dass Guardiola bleibt

Auch nach dem Aus in Pokal und Champions League bleibt Karl-Heinz Rummenigge ein großer Fan von Bayern-Trainer Pep Guardiola. In einem Interview erzählt der Vorsitzende von seinem Wunsch, den Trainer zu halten – und kündigte einige Neueinkäufe an. Mehr

16.05.2015, 13:43 Uhr | Sport
FC Bayern Hoeneß darf Gefängnis verlassen

Sieben Monate nach seinem Haftantritt ist der ehemalige Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, zum Freigänger geworden. Hoeneß wird laut Medienberichten ein geregeltes Arbeitsverhältnis in der Jugendabteilung des Vereins annehmen. Mehr

08.01.2015, 13:12 Uhr | Sport
Mario Götze Vom WM-Helden zum Prügelknaben

Ribéry fehlt, Robben auch – und die Bayern brauchen gegen Barcelona mindestens drei Tore. Ist das die Chance für Götze? Trainer Guardiola zögert. Steht der WM-Held nicht in der Münchner Startelf, wäre es ein fatales Signal. Mehr

12.05.2015, 08:39 Uhr | Sport
BVB-Trainer Jürgen Klopp Sehen uns nicht auf Augenhöhe mit Bayern

Am Samstag treffen Borussia Dortmund und Bayern München in Dortmund aufeinander. BVB-Trainer Jürgen Klopp sprach vorab über die Situation seines Teams. Mehr

04.04.2015, 10:43 Uhr | Sport
Rummenigge gegen Allofs Die nächste Runde im Spitzenstreit

Es hat eine Weile gedauert, doch nun holt Bayern-Boss Rummenigge zur Replik gegen Kritiker Allofs aus: Genüsslich rechnet der Münchner dem Rivalen eigene Sünden vor und verbittet sich das Wort Wettbewerbsverzerrung aus Wolfsburg. Mehr

20.05.2015, 12:09 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 14.05.2004, 13:35 Uhr

Der Chefpilot

Von Anno Hecker

Es ist nicht erheblich, ob Hamilton mit 100 oder 140 Millionen an der Spitze der Geldrangliste in der Formel 1 steht. Entscheidend ist, ob er seine Position im Team verbessern konnte. Mehr 0