05.08.2002 · Franziska van Almsick führte die 4 x 100 m Lagen-Staffel zum krönenden Abschluss der Schwimm-EM zum Sieg in Europarekordzeit. Es war ihre fünfte Goldmedaille.
Mission erfüllt: Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) hat bei der EM in Berlin als Europas Nummer eins eindrucksvoll die Weichen für Olympia 2004 in Athen gestellt.
Mit fünf Titeln und einem fantastischen Weltrekord hat sich Franziska van Almsick in die Rolle eines deutschen Sport-Lieblings zurück geschwommen und die 26. Europameisterschaften in Berlin zu einer „Franziade“ werden lassen.
Fulminanter Endspurt
Den goldenen Schlusspunkt setzte am Sonntag unter dem tosenden Jubel der Fans die Lagen-Staffel der Frauen in 4:01,54 Minuten mit Europarekord und EM-Titel Nummer zehn.
„Franzi“ zog das gesamte Team zu einem fulminanten Endspurt. Gold für die Lagenstaffel mit Antje Buschschulte, Simone Weiler, Franziska van Almsick und Sandra Völker sowie Bronze für die beim Einmarsch als Berliner Bären verkleideten Stev Theloke, Jens Kruppa, Thomas Rupprath und Stefan Herbst beendeten die deutsche Medaillenflut. „Franzi“: „Das ist der absolute Hammer. Wir waren gut.“
Ausgangsposition für Athen perfekt
Franziska van Almsick besiegte sich selbst, als sie in 1:56,64 Minuten ihren acht Jahre alten Rekord von Rom 1994 über 200 m Freistil endlich verbesserte. Zugleich weckte die 24-Jährige Hoffnungen auf eine Verlängerung ihrer Karriere bis Olympia 2004 in Athen.
Cheftrainer Ralf Beckmann war stolz auf sein Team. „Das Ganze war eine Vorübung für Olympia und für die WM 2003 in Barcelona. Die Ausgangsposition auf dem Weg nach Athen könnte nicht besser sein.“ Mit 22 Medaillen (10-7-5) behauptete sich das Schwimm-Team des Deutschen Schwimm-Verbandes souverän als Europas Nummer 1. Getragen von einem vorbildlichen Teamgeist.
Sandra Völker ohne Einzelgold
Weltrekord Nummer 5 in Berlin markierte die Polin Otylia Jedrzejczak in 2:05,78 Minuten über 200 m Schmetterling. Sie „raubte“ der Drittplatzierten Annika Mehlhorn aus Baunatal zugleich den Europarekord.
Weltrekordlerin Sandra Völker aus Hamburg war enttäuscht über Silber in 28,81 Sekunden über 50 m Rücken. „Das war nicht mein Tag heute.“ Titelverteidigerin Nina Schiwanewskaja aus Spanien war in 28,58 schneller.
Top-Bilanz der Springer
Rupprath holte sich über 100 m Schmetterling in 51,94 Sekunden nach dem Sieg über 50 m Rücken seinen zweiten EM-Titel auf der Langbahn. „Ich bin super glücklich, aber auch ganz schön kaputt. Das Rennen von Franzi hat mich total motiviert, das war gigantisch.“ Den erhofften Weltrekord verpasste er allerdings.
Mit der Top-Bilanz von 5 Gold-, 3 Silber- und 2 Bronzemedaillen beendeten auch die Springer die EM als Nummer 1. Am Ende des furiosen Final-Wochenendes standen das erste EM-Gold für Heiko Meyer vom Turm und der Titel für Gamm/Kotzian (Dresden/Berlin) im Synchronspringen. „Daran hat keiner geglaubt“, so die zweifache Europameisterin Ditte Kotzian.