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FAZ.NET-Spezial: 31. Spieltag Werder in Meisterform, Stuttgart stolpert

 ·  Mit einem 6:0 im Rücken geht Bremen in das Duell mit den Bayern, auf die Stuttgart durch ein 1:1 gegen Bochum Boden verloren hat. Durch ein 0:3 in Schalke und zwei Platzverweise steckt Hertha BSC tief im Abstiegskampf.

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Werder Bremen im Meisterrausch, Bayern München in Rage: Das 6:0-Schützenfest der Hanseaten gegen den Hamburger SV bot eine Woche vor dem vielleicht entscheidenden Gipfeltreffen zwischen Tabellenführer und Titelverteidiger Zündstoff. „Das ist eine wahnsinnige Sauerei, daß man in so einer Phase sechs Stück kriegt“, wetterte Bayern-Manager Uli Hoeneß und fühlte sich an die Fußball-Bundesligasaison 1992/93 erinnert: Damals gewann Bremen am vorletzten Spieltag mit 5:0 gegen den HSV und wurde deutscher Meister. Mit 413.000 Fans, die die Spiele verfolgten, gab es an diesem 31. Spieltag ein neuen Bundesliga-Zuschauerrekord.

„Wir geben den Kampf um den Titel nicht auf, aber es konnte kein Mensch damit rechnen, daß sich der HSV so abschlachten läßt“, betonte Hoeneß. Mit einem 2:1 besiegelte der FC Bayern den dritten Abstieg des 1. FC Köln innerhalb von sechs Jahren und wahrte die theoretische Chance, die Bremer noch von Platz 1 zu stürzen. „Wir müssen sie nicht nur besiegen, wir müssen sie wegfegen“, sagte Hoeneß mit Wut im Bauch.

Allofs: „Wir werden in München gewinnen“

Werders Sportdirektor Klaus Allofs parierte diese Drohung angesichts des Sechs-Punkte-Vorsprungs und einer Tordifferenz von zwölf Treffern plus gelassen: „Er hat einen Wunsch geäußert. Doch wir sind seit 22 Spielen ungeschlagen und werden in München gewinnen.“ Zudem wies er den indirekten Vorwurf der Schieberei zurück. „Der HSV hat alles versucht“, sagte Allofs. Für DFB-Teamchef Rudi Völler ist Bremen trotz des aggressiven Ballyhoos aus München kaum noch vom Titelweg zu verdrängen. „Die Bayern müssen gewinnen, doch selbst bei einem Unentschieden müßten die Bremer durch sein“, meinte er am Samstagabend im ZDF-Sportstudio.

Stuttgart mau, Dortmund stark

Im Kampf um die Champions-League-Teilnahme hat der VfB Stuttgart seinen Vorsprung auf Verfolger Leverkusen zwar gehalten, mit dem 1:1 (1:0) gegen den VfL Bochum am Sonntag aber den zweiten Platz aus den Augen verloren. Cacau hatte die Schwaben zunächst in Führung gebracht, ehe ein Eigentor von Marcelo Bordon den Bochumern zum Punktgewinn verhalf.

Auf einem guten Weg ins internationale Geschäft ist Borussia Dortmund, das mit dem 4:1 über Hansa Rostock wichtige Punkte im Kampf um einen UEFA-Cup-Platz holte. Im Mittelpunkt stand dabei BVB-Star Torsten Frings, der mit unbedachten Äußerungen Spekulationen über einen möglichen Wechsel nach München nährte. „Wenn Dortmund mich verkaufen muß, dann möchte ich zum FC Bayern“, sagte Frings, der sich am Samstag einen Bänderriß in der Schulter zuzog, den Borussen voraussichtlich aber dennoch in den letzten Spielen zur Verfügung stehen wird.

Keine Diskussionen über die Fortsetzung seiner Bundesliga-Karriere will dagegen Rostocks Torjäger Martin Max, der mit nun 19 Treffern erfolgreichster deutscher Stürmer ist. „Ich denke, ich bleibe dabei“, sagte der 36jährige müde gewordene Profi, der Ende der Saison aussteigen will.

Abstiegsformel: Zwei aus sieben

Nach dem definitiven Abstieg der Kölner müssen drei Spieltage vor dem Saisonende noch sieben Teams um den Klassenverbleib fürchten. Erster Anwärter ist der Tabellenvorletzte Eintracht Frankfurt, der eine 0:1-Pleite beim VfL Wolfsburg erlitt. „Noch ist alles möglich“, glaubt Trainer Willi Reimann dennoch. Vorentscheidend für die Hessen könnte das Spiel bei Hannover 96 sein, das durch eine 1:4-Pleite beim SC Freiburg selbst in akuter Not ist. „Jemand hält uns die Pistole an die Schläfe. Wenn wir nicht aufpassen, drücken wir noch selber ab“, fürchtet 96-Torjäger Thomas Brdaric. Dagegen sind die Freiburger nach diesem Erfolg fast aus dem Schneider. „Zu diesem Zeitpunkt zählen die drei Punkte doppelt“, freute sich SC-Trainer Volker Finke.

1860 München hat mit einem 1:1 gegen den zuletzt hoch gelobten Tabellenvierten Bayer Leverkusen nach zuletzt vier Niederlagen den freien Fall gestoppt. Ein Befreiungsschlag war es für den Tabellensechzehnten aber keineswegs. „Die Situation hat sich verbessert. Ich habe kein schlechtes Gefühl“, sagte der neue „Löwen“-Coach Gerald Vanenburg nach seinem zweiten Spiel auf der Münchner Bank. Für 1860-Präsident Karl Auer ist die Rechnung nun
ganz einfach: „Wir müssen noch sechs Punkte holen, dann bleiben wir drin, hundertprozentig.“

Die nackte Angst hat indessen den 1. FC Kaiserslautern nach dem 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach befallen. „Ich bin enttäuscht und frustriert“, sagte der Vorstandsvorsitzende René C. Jäggi mit einem Anflug von Verzweiflung. Schließlich schaffte Igor Demo erst in der Nachspielzeit den für Gladbach ebenso existenziell wichtigen Ausgleich. Während sich die sieben Teams im Tabellenkeller noch gegen das sportliche Abrutschen stemmen, schmieden die Verantwortlichen beim 1.FC Köln schon wieder Pläne für die Rückkehr. Manager Andreas Rettig: „Wir wollen und werden wieder aufsteigen, da lege ich mich fest.“

Hertha BSC könnte für den FC ein Konkurrent im Kampf um den direkten Wiederaufstieg werden. Beim 0:3 in der Arena „AufSchalke“ schwächten sich die Berliner zusätzlich zur Niederlage durch zwei Platzverweise innerhalb einer Minute. Die Herthaner haben weiter nur einen Punkt Vorsprung vor München 1860, dem Tabellensechzehnten.

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