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Fall Di Canio Kollekte für den Fußball-Faschisten

29.12.2005 ·  Paolo Di Canio kann auf die Solidarität seiner Fans bauen. Nachdem der Kapitän von Lazio Rom wegen seiner faschistischen Gesten mit einer Strafe in Höhe von 10.000 Euro belegt wurde, starteten rechtsradikale Fußball-Anhänger eine Geldsammlung.

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Paolo Di Canio kann auf die Solidarität seiner Fans bauen. Nachdem der Kapitän des italienischen Fußball-Erstligaklubs Lazio Rom wegen rechtsextremistischen Gesten vom italienischen Verband mit einer Spielsperre sowie einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro belegt worden ist, starteten drei Verbände der Lazio-„Ultras“ eine Geldsammlung. Die Anhänger eröffneten ein Bankkonto, auf dem die Tifosi ihren Beitrag einzahlen können. Das berichteten am Donnerstag italienische Medien.

Carlo De Falco, Chef der rechten „Ultras Azione Giovani“, begründete den ungewöhnlichen Schritt: „Di Canio hat bestimmt das Geld, um sich selbst die Strafen zu zahlen. Wir wollen aber unsere Solidarität mit dem Kapitän bezeugen, der in seiner Meinungsfreiheit beschränkt wird. Die Strafe, die der Verband verhängt hat, ist politisch motiviert“, sagte De Falco. Die „Ultras“ hatten am vergangenen Freitag vor dem Sitz des Fußball-Verbandes eine Demonstration von rund 500 Sympathisanten des Angreifers organisiert. Die Kundgebung verlief friedlich. Di Canio wollte sich der Demonstration ursprünglich anschließen, sein Rechtsanwalt hatte ihm jedoch von der Teilnahme abgeraten, um die Gemüter der Anhänger nicht unnötig aufzuheizen.

Di Canio engagierte den angesehenen Rechtsanwalt Gabriele Bordoni, um klar zu machen, daß der Fußballverband mit der Sperre sein Recht auf Meinungsfreiheit verletzt habe. Der 37jährige will beweisen, daß der so genannte faschistische Gruß, mit dem er seine Fans grüßt, keine politische Bedeutung hat, sondern römische Zugehörigkeit symbolisiert. „Ich werde immer auf diese Weise meine Fans grüßen, weil ich damit meine Zugehörigkeit zu meinem Volk zum Ausdruck bringe“, hatte Di Canio vergangene Woche betont. Der Profi hatte seine Sympathie für den faschistischen Diktator Benito Mussolini niemals geleugnet. Bordoni will beim Fußballverband Einspruch gegen die Sperre und die Geldstrafe für seinen Mandanten erheben. Di Canio erklärte sich bereit, vom Verband vernommen zu werden. Der Stürmer trägt auf dem rechten Arm eine Tätowierung mit der Schrift „Dux“.

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid
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