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F.A.S. exklusiv : Neuer Verdacht gegen Blatter und Platini

Neuer Verdacht: War da noch mehr zwischen Joseph Blatter und Michel Platini? Bild: AP

Bislang wurden Joseph Blatter und Michel Platini eine dubiose Zahlung in Millionenhöhe vorgeworfen. Nach Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gibt es nun Hinweise auf weitere Vergehen der beiden suspendierten Fußball-Funktionäre.

          Das Strafverfahren gegen den ehemaligen Präsidenten des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa), Joseph Blatter, könnte weitere Brisanz erhalten. Zugleich verstärkt sich der Verdacht auch gegen den gesperrten europäischen Fußball-Chef Michel Platini. Hintergrund sind nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (ab 20 Uhr erhältlich als epaper) neue Vorwürfe gegen beide Funktionäre, die über den bekannten Fall einer dubiosen Zahlung über zwei Millionen Franken noch hinausgehen.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          So prüft derzeit die Schweizer Bundesanwaltschaft offenbar den Grund für einen weiteren siebenstelligen Millionenbetrag, der während der Präsidentschaft Blatters von der Fifa an Platini geflossen ist. Deklariert wurde die Summe, die nach Recherchen der F.A.S. zwischen den Jahren 1998 und 2002 als Kosten für die Fifa auflief, für die angebliche Unterhaltung eines Büros für Platini in Paris. Der Franzose galt zu dieser Zeit als Berater Blatters, der ihn bei dessen Präsidentschaftswahlen stets als Stimmenbeschaffer unterstützte. Erstmals thematisiert hatte die fragwürdige Zahlung der Compliance-Chef des Weltverbandes, Domenico Scala, bei einer Exekutivsitzung am 20. Oktober. Dies ist von Mitgliedern des höchsten Fifa-Gremiums zu hören.

          Untreue und mögliche Korruption

          Wie es aussieht, gingen die Informationen direkt an die Schweizer Bundesanwälte. Und so hat die Durchsuchung der Geschäftsstelle des französischen Fußballverbandes am Dienstag, die auf Grundlage eines Rechtshilfeersuchens der Schweiz stattfand, wohl mit dieser neuen ungeklärten Millionensumme zu tun. Folgende Fragen dürften sich den Ermittlern stellen: Gab es wirklich ein solches Büro? Hat es der französische Verband zur Verfügung gestellt, wofür Platini mit dem Geld der Fifa dann regelgerecht die Miete bezahlte? Oder handelte sich um reine Fiktion? Dann würde sich auch dieser Fall zu Untreue und möglicher Korruption entwickeln.

          Blatter und Platini kämpfen derzeit in letzter Instanz (Internationaler Sportgerichtshof) gegen eine Sperre von acht Jahren, die sich auf ein Verfahren der Fifa-Ethikkommission gründet. Hintergrund ist eine mysteriöse Zahlung über zwei Millionen Franken, die innerhalb eines mündlichen Vertrags auf Veranlassung Blatters im Jahr 2011 auf dem Konto von Platini landete. Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte am 24. September ein Strafverfahren gegen Blatter wegen des Verdachts „ungetreuer Geschäftsbesorgung“ eröffnet.

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