Home
http://www.faz.net/-gtl-74oxe
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Europapokal-Reform Deutsche Klubs gegen Platinis Ideen

Keine Europa League mehr und dafür 64 statt 32 Teams in der Champions League - die Reformideen von Uefa-Präsident Platini sind weitreichend. Die deutschen Vertreter halten wenig davon. Einen anderen Vorschlag finden sie hingegen gut.

© AFP Vergrößern „Das ist genauso blödsinnig, als würde man die 1. und 2. Bundesliga zusammenlegen“: Dortmund-Trainer Jürgen Klopp

Die deutschen Top-Klubs lehnen eine mögliche Reform der Fußball-Europapokal-Wettbewerbe ab. Die Europa- und Champions-League-Teilnehmer sprachen sich mehrheitlich gegen die Vorschläge von Uefa-Präsident Michel Platini aus. „Das ist ziemlich platt und überflüssig. Wir sind sehr zufrieden mit der Europa League“, sagte Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke.

„Da halte ich überhaupt nichts von. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Champions league oder die Europa League eine Reform bräuchten“, meinte Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp. Platini hatte am Mittwoch eine Reform der Wettbewerbe ins Gespräch gebracht. Er schlug vor, die Europa League im Jahr 2015 abzuschaffen und die Zahl der Teilnehmer in der Champions League dafür auf 64 zu verdoppeln. „Das ist genauso blödsinnig, als würde man die 1. und 2. Bundesliga zusammenlegen“, sagte Klopp. Er hoffe, dass Champions League und Europa League nicht vereint werden, „so lange ich Trainer bin“.

Mehr zum Thema

„Es ist sehr gefährlich, wenn immer die gleichen Mannschaften die Champions League bestreiten würden“, gab Borussia Mönchengladbachs Cheftrainer Lucien Favre zu bedenken. „Dann werden die Reichen immer reicher und der Unterschied zwischen den Vereinen wird immer größer.“ Auch Sportdirektor Fredi Bobic vom VfB Stuttgart ist skeptisch. „Sollte man das dann noch Champions League nennen? Wenn man die Europa League in die Champions League hineinbringt, dann ist es ja eher eine Europa League“, sagte er.

Manager Horst Heldt vom Champions-League-Teilnehmer Schalke 04 sagte der „Bild“ (Donnerstag): „Grundsätzlich sollte die Champions League der Wettbewerb mit der herausragenden Stellung bleiben.“ Er gab jedoch auch zu: „Momentan kommt die Europa League im Vergleich etwas schlecht weg, das muss man sagen.“

Bye-bye, Europa League? Michel Platini hätte keinen Abschiedsschmerz © dpa Vergrößern Bye-bye, Europa League? Michel Platini hätte keinen Abschiedsschmerz

Sportchef Rudi Völler von Bayer Leverkusen, das sich wie alle deutschen Vereine mit Ausnahme des VfB Stuttgart bereits für die nächste Runde in den europäischen Wettbewerben qualifiziert hat, wollte dem Vorschlag nicht sofort eine Absage erteilen. „Man sollte eine Idee nicht gleich verdammen und sich das erst mal anhören“, sagte er. „Entscheidend für die Bundesliga ist ja, wie viele Mannschaften dann in der Champions League spielen.“

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hatte sich am Mittwoch deutlich gegen die Vorschläge ausgesprochen. „Wir sind keine Freunde davon, Qualität zulasten der Quantität zu verändern. Wir sind nicht für die Abschaffung der Europa League und absolut gegen eine Erweiterung der Champions League“, sagte er.

Stattdessen berichtete Rummenigge von einem anderen Vorschlag der von ihm angeführten European Club Association (ECA): Demnach soll der Sieger der Europa League in der darauffolgenden Saison in der Champions League starten. „Eine gute Idee“, sagte Favre. Auch Bobic bewertete den Vorschlag positiv: „Das kann man machen.“

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Champions League Celtic Glasgow gewinnt mal wieder am Grünen Tisch

Immer wieder Celtic Glasgow: Die Schotten mausern sich zu Spezialisten für Siege am Grünen Tisch. Wieder einmal profitiert der Klub von einer Uefa-Strafe gegen einen Gegner und darf trotz einer 1:6-Niederlage gegen Legia Warschau weiter auf die Champions League hoffen. Mehr

08.08.2014, 13:33 Uhr | Sport
Borussia Dortmund Nach Klopp und Zorc verlängert auch Watzke

Auf der Führungsebene von Borussia Dortmund bleibt alles beim Alten. Wie Trainer Klopp und Sportdirektor Zorc gibt auch Hans-Joachim Watzke dem Klub eine langfristige Zusage. Zugleich präsentiert der BVB-Geschäftsführer eine Idee für den Supercup. Mehr

11.08.2014, 11:17 Uhr | Sport
Wechselfehler in Glasgow Warschau will sich in Champions League klagen

Der polnische Meister Legia Warschau will das Aus für die Champions League nach einem schweren Wechselfehler nicht hinnehmen und Widerspruch einlegen. Ein Uefa-Funktionär sieht Chancen für die Polen. Mehr

11.08.2014, 14:55 Uhr | Sport

Wie viel Globalisierung verträgt die Bundesliga?

Von Peter Penders

Der deutsche Fußball will zum Exportschlager werden. Aber das hat seinen Preis: Die Bundesliga muss aufpassen, ihre Fans nicht zu verschrecken und ihre Verwurzelung nicht zu riskieren. Ein Kommentar. Mehr 24 10