Aber klar, her damit - Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland hat schließlich sein liebenswertes Angebot stets an beide Geschlechter gerichtet.
Sein Nachfolger war dann leider, wie wir aus Fontanes wunderschönem Gedicht (siehe Link) wissen, ein Geizkragen. Der kluge Vorgänger sorgte jedoch für die Zeit nach seinem Tod vor, und so beschenkte ein Birnbaum über seinem Grab weiterhin alljährlich im Herbst die vorüberkommenden Jungs und „lütten Dirns“.
Römische Birnbaumkultur
Jetzt dürfte er wieder Früchte tragen: die Birnenzeit ist da. Die Ernte fällt in Deutschland zwar um 30 Prozent niedriger aus als im Vorjahr, weil das Wetter nicht mitgespielt hat. Aber das macht nichts, denn nur etwa jede vierte bis fünfte Birne stammt aus dem heimischen Marktanbau; der grosse Rest kommt aus Italien, Frankreich, Spanien, den Niederlanden und Belgien (jährlich 175.000 bis 185.000 Tonnen).
Birnen gehören zu den ältesten kultivierten Obstbäumen und stammen aus Eurasien. Die Römer, wer sonst, brachten sie nach Mitteleuropa. Den Durchbruch schaffte die Frucht mit der als unattraktiv verschrieenen Form erst im 15. Jahrhundert in Frankreich. Der Sonnenkönig Louis XIV. mochte die zarte Frucht besonders gern, und so nahmen sich vor allem französische Züchter der Birne an. Von den heute existierenden 1500 Sorten kommt nur ein Bruchteil auf den Markt. Die bekanntesten sind Abate Fetel, Alexander Lucas, Clapps Liebling und Williams Christ.
Birnen haben wenig Säure
Sie vertragen Fruchtsäure nicht? Essen Sie Birnen! Sie haben den geringsten Fruchtsäureanteil aller Obstarten. Ihren gesundheitlichen Wert bestimmen Kalium, Vitamin C und Vitamine der B-Gruppe.
Tipp zum Birnenkaufen: immer der Nase nach! Will heissen: reife und fachgerecht gelagerte Birnen riechen aromatisch-frisch. Die Farbe ist kein Hinweis auf Qualität und Reifegrad - es sei denn, es handelt sich um ein matschiges Braun... Apropos Matsch: nehmen Sie Früchte, die noch fest sind und weichere, vollreife Birnen nur dann, wenn Sie sie noch am selben Tag essen wollen.
Birnen mit Äpfel vergleichen
Bei Zimmertemperatur halten sich Birnen zwei bis drei Tage, im Gemüsefach Ihres Kühlschranks sogar fünf bis sechs Tage. Einfrieren kann man sie nicht. Sofern nicht noch steinhart, sind Birnen druckempfindlich und zum Transport im unteren Bereich der Einkaufstüte weniger geeignet.
Sofern doch steinhart, weil noch mega-unreif: kein Problem, man hilft ein wenig nach, indem man die Birnen zusammen mit einem reifen Apfel in eine Obsttüte aus Papier an einen schattigen Platz legt. Das Äthylengas, das der reife Apfel entwickelt, beschleunigt den Reifeprozess der Birnen (und auch von anderem Obst). Damit ein Zuviel an Gas entweichen kann, die Tüte an ein paar Stellen einstechen. Harte Schale, weicher Kern - so sind Birnen eben, und deshalb schmecken sie am besten geschält. Aber was heißt „am besten“: man kann damit so viel machen, dass diese Aussage nur für die Birne aus der Hand gilt.