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Deutsches Eishockey-Team : Aufholjagd mit Happy End

Deutschlands Towart Danny aus den Birken beim 2:0 der Slowakei. Bild: dpa

Von nun an soll die Weltmeisterschaft für das deutsche Eishockey-Team erst losgehen. Der Anfang ist gemacht – gegen die Slowakei gelingt nach einem 0:2-Rückstand noch ein 3:2-Sieg.

          Sie haben beschlossen, dass von nun an die Uhren aus ihrer Sicht ein wenig anders gehen sollen. Die erste Woche der Eishockey-Weltmeisterschaften neigt sich schon dem Ende entgegen, und viele richtungweisende Ergebnisse hat es bereits gegeben, doch ungeachtet der Tatsachen, ist die deutsche Nationalmannschaft mehrheitlich der Überzeugung, dass die Veranstaltung für sie „ab jetzt erst richtig losgeht“, wie es der Bundestrainer formulierte und dem sich viele Spieler gleichlautend anschlossen.

          So gesehen, war es in ihrer Zeitrechnung ein Start nach Maß, der der Auswahl von Marco Sturm am Mittwoch glückte. Im Duell mit den vorab ähnlich wechselhaft aufgetretenen Slowaken, setzte sich das Team des Turniers-Gastgebers 3:2 nach Penaltyschießen (0:1, 2:1, 0:0, 0:0, 1:0) durch. Bei dem für sie erfreulichen Resultat, das die Chance auf die Viertelfinal-Qualifikation verbesserte, handelte es sich um den ersten Pflichterfolg; in die vorangegangenen Begegnungen mit den Vereinigten Staaten (2:1), Schweden (2:7) und Russland (3:6) waren die Deutschen jeweils als Außenseiter gegangen, während sie gegen die Osteuropäer, auch aufgrund des Heimvorteils in Köln, in der für sie nicht sonderlich vertrauten Rolle als Favorit auftraten. Dass sie ihr gewachsen waren, bewiesen sie erst spät, aber noch rechtzeitig.

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          Vor einem Jahr brachte ein furioser Sieg gegen die Slowakei bei der WM in Russland die Wende zum Guten. Nach zwei Niederlagen zum WM-Auftakt lag Deutschland 0:1 zurück, gewann aber 5:1 – ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die Runde der letzten Acht. Das wollen sie diesmal auch erreichen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass es mit dem großen Ziel klappt, ist am Mittwoch zumindest nicht kleiner geworden. Sturm hatte am Vormittag Angreifer David Wolf von den Adler Mannheim nachträglich gemeldet; er reagiert auf das Aus von Tobias Rieder (Fußverletzung) und die Sperre von Patrick Hager. Der Abend begann so, wie es die Deutschen unbedingt hatten verhindern wollen: abermals mit einem Rückstand.

          In den ersten Minuten war bei ihnen hauptsächlich die Absicht zu erkennen, nicht wieder früh einem Gegentor hinterherlaufen zu müssen. Kein Team in diesem Wettbewerb stand an den ersten drei Spieltagen defensiv so unter Druck wie Sturms Mitstreiter, die bis dahin 122 Schüsse aufs eigene Tor zuließen. Aber auch gegen die Slowaken blieben sie trotz des erkennbaren Bemühens, es besser zu machen, anfällig – was Tomas Matousek prompt ausnutzte: Er fälschte einen Pass von Tomas Zigo so ab, dass der Puck Thomas Greiss durch die Schoner trudelte (10.).

          Der Torwart gab in der Szene keine gute Figur ab. Bemerkenswert auch, was sich anschließend in einer kurzen Unterbrechung, in der die Schiedsrichter den Videobeweis bemühten, tat: Greis fuhr zur Bank, wechselte ein paar Worte mit dem Bundestrainer – und räumte sein Terrain. Der 31-Jährige, der nicht verletzt wirkte, machte seinem Stellvertreter Danny aus den Birken Platz – der von Glück sagen konnte, dass ihn die Slowaken nicht auch sogleich auf dem falschen Fuß erwischten; Marcel Hascak zielte aus einem Meter über den am Boden liegenden Ersatzmann hinweg, traf aber nur den Pfosten (11.). Mehr als ein Alleingang, bei dem Felix Schütz scheiterte, sprang auf der anderen Seite nicht heraus (19.).

          Nach der ersten Pause, die wegen eines Defekts bei der Eisaufbereitung fast eine halbe Stunde dauerte, kamen die Deutschen kurz mit mehr Elan zurück. Ein schwerwiegender Patzer von aus den Birken brachte aber den nächsten Rückschlag. Der Münchner, vor kurzem Meister geworden und hierzulande einer der Besten seines Fachs, ließ sich aus mehreren Metern Entfernung von Libor Hudacek, der aus spitzem Winkel geschossen hatte, düpieren (22.).

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          Dass es unterhaltsam blieb, hatten die 17600 Zuschauer einer Nürnberger Gemeinschaftsproduktion zu verdanken: Zuerst erzielte Patrick Reimer, der Goalgetter der Ice Tigers, in Überzahl den Anschlusstreffer (37.), ehe sein Klubkollege Yasin Ehliz 26 Sekunden darauf den Ausgleich folgen ließ. Für Spannung im Schlussabschnitt war somit gesorgt. Weitere Treffer gab es aber zunächst keine, auch nicht in der folgenden Verlängerung, so dass es zum Penaltyschießen kam. Wobei die Deutschen schließlich gleich im ersten Versuch das bessere Finish hinlegten: Dominik Kahun glückte das entscheidende 3:2 zum Happy End.

          Amerika und die Schweiz mit Pflichtsiegen

          Die Vereinigten Staaten und die Schweiz haben auf dem Weg ins Viertelfinale der Eishockey-Weltmeisterschaft jeweils Pflichtsiege gefeiert. Das amerikanische Team gewann am Mittwoch in Köln vor 7168 Zuschauern mit 3:0 (1:0, 2:0, 0:0) gegen Aufsteiger Italien das dritte Spiel in Serie. Brock Nelson, NHL-Teamkamerad der beiden deutschen Nationalspieler Dennis Seidenberg und Thomas Greiss von den New York Islanders, traf doppelt. Zum WM-Auftakt hatte Amerika überraschend gegen Deutschland mit 1:2 verloren.

          In Paris gewann die Schweiz mit 3:0 (1:0, 1:0, 1:0) gegen Weißrussland vor nur 3212 Zuschauern auch ihre dritte von bislang vier Vorrundenpartien. Die Eidgenossen hatten am Vortag etwas überraschend gegen Co-Gastgeber Frankreich mit 3:4 verloren. Sowohl Italien als auch Weißrussland müssen den Abstieg aus der A-Gruppe fürchten. (dpa)

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