http://www.faz.net/-gtl-8xnfh

WM-Aus für Tobias Rieder : Herber Rückschlag für deutsches Eishockey-Team

  • Aktualisiert am

Für Tobias Rieder ist die WM im eigenen Land vorzeitig beendet. Bild: EPA

Mit großen Sorgen geht das deutsche Eishockey-Team in die entscheidenden Spiele der Heim-WM. Für NHL-Stürmer Rieder ist das Turnier vorzeitig beendet. Doch das ist vor dem Slowakei-Spiel nicht die einzige Sorge.

          An Krücken humpelte Tobias Rieder vor dem WM-Schlüsselspiel in die Kölner Eisarena, mit einem Stuhl schoben Teamkollegen den trotz allem lachenden NHL-Torjäger aufs Eis. Für das Mannschaftsfoto mussten Deutschlands arg geschwächte Eishockey-Cracks gute Miene zum bösen Spiel machen. „Ich darf noch mit rauf. Ich finde es schön, dass mich die Mannschaft noch unterstützt“, sagte der Stürmer aus Arizona, als er frustriert sein WM-Aus verkündete - einen Tag vor der so wichtigen vierten Vorrundenpartie bei der Heim-WM am Mittwoch (20.15 Uhr/ Live bei Sport1) gegen die Slowakei.

          Deutschlands aktuell bester Stürmer im Kader hatte sich am Montag beim 3:6 gegen Rekord-Weltmeister Russland die Syndesmose im rechten Fuß gerissen. Wie schon 2016 ist das Turnier für Rieder vorzeitig beendet. „Von den Schmerzen her geht es eigentlich, aber es ist natürlich trotzdem irgendwie scheiße“, sagte Rieder, der von einer vier- bis sechswöchigen Pause ausgeht.

          Neue App Der TAG jetzt auch auf Android
          Neue App Der TAG jetzt auch auf Android

          Das neue Angebot für den klugen Überblick: Die wichtigsten Nachrichten und Kommentare der letzten 24 Stunden – aus der Redaktion der F.A.Z. – bereits über 100.000 mal heruntergeladen.

          Mehr erfahren

          Auf die Stimmung drückte nach der zweiten Niederlage im dritten Spiel zudem die Sperre von Patrick Hager nach dessen dummer Matchstrafe wegen einer unüberlegten Attacke. „Das weiß er selber, dass das nicht gut war“, schimpfte Bundestrainer Marco Sturm auch am Tag nach dem Auftritt gegen die Sbornaja. Leichte Zweifel an seiner Deutung waren aber angebracht. Denn richtig einsichtig zeigte sich Hager nicht gerade: „Wir müssen schauen, dass wir das nicht über-thematisieren. Wir müssen uns jetzt auf die Slowaken konzentrieren und nicht das Thema heißer kochen, als es ist.“

          Ohne die beiden bislang überzeugenden Stürmer muss Deutschland gegen die Slowakei möglichst gewinnen, um die gute Viertelfinal-Chance zu erhalten. „Es wird jetzt umso schwerer, die anderen Nationen zu schlagen“, sagte Sturm zur paradoxen Situation nach dem schweren Auftaktprogramm.

          Obwohl Deutschland durch das überraschende 2:1 zum Auftakt gegen die USA mit drei Punkten deutlich besser dasteht, als vor der WM gedacht, ist die Stimmung mies. Die Niederlagen gegen Schweden (2:7) und Russland, zusammen mit den Ausfällen zweier Schlüsselspieler, schwächten das Selbstvertrauen.

          „Wenn man zweimal hoch verliert, muss man das erst mal vom Kopf her verkraften. Wir müssen jetzt irgendwie den Reset-Knopf drücken“, sagte Kapitän Christian Ehrhoff, und Sturm klagte im Hinblick auf die Personalsituation: „Jetzt wird es langsam eng.“

          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS
          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

          Die ganze F.A.Z. jetzt auch im Web, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken. Hier geht’s zum Test.

          Mehr erfahren

          Ob der Bundestrainer den Kader im Angriff nun mit dem bislang noch nicht gemeldeten Mannheimer David Wolf auffüllt oder weiter auf Verstärkung aus der NHL wartet, ließ er noch offen. Die zweite Playoffrunde in der nordamerikanischen Profiliga dauert inzwischen länger als gehofft. Erst in der Nacht auf Donnerstag ist die Saison für zwei weitere Nationalspieler beendet.

          „Das dauert dann auch noch drei bis vier Tage, bis sie wieder da sind“, sagte Sturm. Wohl erst zum letzten Vorrundenspiel gegen Lettland am 16. Mai wären Leon Draisaitl oder Korbinian Holzer sowie Philipp Grubauer oder Tom Kühnhackl dann mit dabei.

          Wie immer bemühte sich Sturm, die Probleme einfach wegzulächeln. „Wir sind guter Dinge, dass morgen wieder die Sonne scheint“, sagte der 38-Jährige mit einem breiten Grinsen. Dafür muss die Mannschaft nun ebenso Moral zeigen wie im Spiel gegen Russland, als Deutschland nach dem 0:5 zumindest noch ein Debakel verhinderte. „Wir haben einen guten Charakter in der Mannschaft, das müssen wir jetzt beweisen“, sagte Ehrhoff. Sturm setzt nach den Rückschlägen durch die Ausfälle von Hager und Rieder gar auf einen positiven Team-Effekt. „Vielleicht ist es aber auch gut so, dass die Mannschaft wieder enger zusammenrückt.“

          Quelle: tora./dpa

          Weitere Themen

          Heynckes' Rückkehr in die Champions League Video-Seite öffnen

          FC Bayern : Heynckes' Rückkehr in die Champions League

          Jupp Heynckes steht vor seiner Rückkehr in die Champions League. Der alte und neue Trainer von Bayern München spielt am Mittwochabend in München mit seiner Mannschaft gegen Celtic Glasgow.

          Ein schwarzer Abend für Borussia Dortmund

          Champions League : Ein schwarzer Abend für Borussia Dortmund

          Durch das blamable 1:1 in Nikosia verspielt der BVB fast alle Optionen auf das Achtelfinale in der Champions League. Die Chance zum Sieg vergibt der Torjäger in letzter Sekunde. Den größten Fehler macht aber ein anderer.

          Topmeldungen

          Eine Jamaika-Koalition auf Bundesebene wäre ein Experiment – mit vielen Chancen, hoffen manche

          Sondierungsauftakt : Jeder darf noch einmal warnen

          Vor dem Auftakt der Sondierungsgespräche zur Bildung einer Jamaika-Koalition geben führende Politiker von CSU, FDP und Grünen den Unterhändlern noch einmal gute Ratschläge. Nur die CDU schweigt.

          KP-Kongress in China : Xi will moderne sozialistische Großmacht formen

          Seit Jahrzehnten saß kein chinesischer Führer so fest im Sattel wie Xi Jinping. Auf dem nur alle fünf Jahre stattfindenden Parteikongress verspricht er den Delegierten eine neue Ära des Sozialismus – ohne Reformen in Aussicht zu stellen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.