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Eishockey Olympia-Qualifikation: DEB-Coach Zach spürt keinen Druck

 ·  Ab Donnerstag abend kämpft die deutsche Eishockey-Auswahl um die Qualifikation für die Olympia 2002 in Salt Lake City. Bundestrainer Hans Zach spürt dennoch keinen Druck: „Wir sind krasser Außenseiter“.

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Der Veranstaltungsort könnte kaum besser gewählt sein: In der Jordal Amfi Halle zu Oslo wird die Qualifikationsgruppe A ab Donnerstag drei Teilnehmer an den olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City ermitteln.

Das altehrwürdige Bauwerk wurde für die Winterspiele 1952 erbaut und seither war auch immer eine deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei Olympia mit von der Partie, mit dem größten Erfolg 1976, dem legendären Bronzemedaillengewinn von Innsbruck. Die Chancen, dass die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes auch in Salt Lake City vertreten sein wird, sind gut.

Von vier Mannschaften qualifizieren sich drei für das Großevent, was nicht nur für das Image der seit Jahren problembehafteten Sportart extrem wichtig ist, sondern auch für die Finanzen des diesbezüglich arg gebeutelten DEB. "Zwar bricht die Welt nicht zusammen", sagt Franz Reindl, der Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes, "weil unsere Sponsoren ihr Engagement nicht davon abhängig machen und auch die 400.000 Mark an Fördergeldern des Bundesinnenministeriums weiter in den Nachwuchs fließen, weil sie vom sportlichen Erfolg unabhängig sind." Dennoch wäre ein Scheitern beim Auftakt ins Jahr 2001, dessen Höhepunkt die Austragung der Weltmeisterschaft in Köln, Hannover und Nürnberg sein wird, wohl kaum das Signal, daß der Mannschaft und den Titelkämpfen Auftrieb geben würde. 150.000 Karten sind für die WM bisher verkauft worden, mit 240.000 wurde kalkuliert.

Zach: „Wir sind krasser Aussenseiter“

Bundestrainer Hans Zach hat sich stets vor die Mannschaft gestellt, die eine der jüngsten in der Länderspiel-Geschichte ist. Trotz der WM im eigenen Land und der besonderen Bedeutung der Olympia-Qualifikation will der Coach von Druck nichts wissen . „Wir sind krasser Außenseiter. Ein Weiterkommen käme einer Sensation gleich." Dass er damit nicht so unrecht hat, beweist der Blick auf die internationale Einstufung der Gegner, die allesamt in den letzten Jahren bei der A-WM zum Teil beachtliche Erfolge feierten, während sich das deutsche Team in der Zweitklassigkeit abmühte.

Wie schwer mit den Teams von "oben" mitzuhalten ist, zeigte der Deutschland-Cup, als die Nationalmannschaft gegen die etablierten A-Nationen Kanada, Slowakei und Schweiz alle Spiele verlor. Sicher sind Norwegen, Weißrussland und die Ukraine nicht ganz so stark einzuschätzen, haben aber allesamt den Vorteil, daß ihre Spieler international erfahrener sind, als die deutsche Mannschaft. Ihre Besten gehören in diversen europäischen Ligen zu den Leistungsträgern, während Hans Zach nach wie vor mit Spielern auskommen muß, die in ihren Klubs nur bedingt zum Stammpersonal gehören. Ein Tribut an die Stärke der DEL, in der deutsche Spieler nicht gerade en vogue sind.

Kein Rücktritt vom Rücktritt: Zach verzichtet auf die Torhüter Heiß und Merk

Am gravierendsten fällt das nach dem Ausfall der etatmäßigen Nummer 1, Marc Seliger wegen eines Kreuzbandrisses, bei den Torhütern ins Gewicht. Robert Müller (20), Leo Conti (22) und Christian Künast (30) sind in ihren Klubs lediglich Ersatztorhüter. Die Rückkehr der Routiniers Peppi Heiß (37) und Klaus Merk (33) lehnte der Bundestrainer aber ab. "Einen Rücktritt vom Rücktritt gibt es bei mir nicht."

Ähnlich Konsequent ging der 51jährige bei der Nominierung des restlichen Kaders vor: So strich er den Oberhausener Robert Hock, einen der besten Scorer der Deutschen Eishockey-Liga aus dem Kader, "weil ihm die Zweikampfhärte fehlt." Dafür hat er einen Crack wie den Kasseler Andreas Loth mit dabei, der vor einer Woche noch wegen einer Gehirnerschütterung ausfiel, sich am Wochenende aber mit zwei Treffern zurück meldete.

Verletzungsbedingt verzichten muß der Bundestrainer auf den stellvertretenden Kapitän Tobias Abstreiter (Kassel) und den Münchner Meisterspieler Alexander Serikow. Für das Duo wurden mit den Kölnern Tino Boos und Jörg Mayr zwei Spieler nachnominiert, die sich in der Vergangenheit international bewährt haben und in Zachs System passen.

Einzige Neulinge auf internationalem Parkett sind Torhüter Leo Conti (Frankfurt), Verteidiger Christoph Schubert (München), Marcel Goc (Schwenningen) und Wayne Hynes (Mannheim). In diesem System sei - so der Trainer - jeder zu ersetzen, "denn wir spielen ohnehin mit dem, was wir haben." Diese Spieler haben in den letzten zwölf Monaten enorme Schritte nach vorne getan. Das Selbstvertrauen, mit dem die Mannschaft die B-WM gewann, holte sie sich unter anderem bei der ersten Runde der Olympia-Qualifikation, als Mirko Lüdemann die Deutschen mit seinem Tor gegen Italien Acht Sekunden vor Schluß nach Oslo schoss.

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