Der Hauptstadtklub ist das Maß aller Dinge im deutschen Eishockey. Dank eines hart erkämpften 3:1 (0:1, 1:0, 2:0) gegen die Adler Mannheim kürten sich die Kufencracks von der Spree zum alleinigen Rekordchampion der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) - vor den Kurpfälzern. Barry Tallackson (34. Minute), Darin Olver (45.) und Julien Talbot (51.) per Penalty sorgten vor 14.200 Fans in Berlin für eine rauschende Meisterparty und vergoldeten obendrein Klubikone Sven Felski dessen 1000. Erstligaspiel im Eisbären-Dress.
Den Gästen aus Mannheim, die ihre siebte Meisterschaft verpassten, reichte der Führungstreffer von Ronny Arendt (14.) nicht. Im Duell der beiden besten Sturmreihen der Liga stahl fortan das Berliner Trio Tallackson, Olver und Florian Busch ausgerechnet im wichtigsten Spiel der Saison den Mannheimer Top-Angreifern die Show.
Aus allen Lagen
Waren Ken Magowan, Adam Mitchell und allen voran Playoff-Topscorer Christoph Ullmann in den ersten vier Partien von den Eisbären noch kaum zum stoppen, so versagten den Dreien diesmal die Nerven - sie blieben weitesgehend harmlos. Den Gastgebern war die Euphorie aus dem famosen Erfolg zwei Tage zuvor, als sie einen 2:5-Rückstand aufholten und ebenfalls als Sieger vom Eis gingen, von Beginn an anzumerken. Mit fast überfallartigen Angriffen startete Berlin in die Partie. Außerdem besannen sich die Eisbären offenbar auf ihr Erfolgsrezept aus Spiel Nummer vier, aus allen Lagen auf das Tor zu schießen.
Mannheim mauert - es reicht nicht
Die Marschrichtung der Mannheimer änderte sich im Vergleich zu den vorigen Finalmatches ebenso nicht: Sicher in der Abwehr stehen und dann blitzschnell Gegenstöße einleiten. Beim Führungstreffer profitierten die Adler von einem Fehler des zuletzt bärenstarken Rob Zepp. Einen Schuss von Frank Mauer lenkte der Nationalkeeper direkt vor die Kelle von Arendt, der den Puck ins Netz bugsierte. „Ich hatte den Rebound und ein leeres Tor vor mir“, sagte Arendt in der ersten Drittelpause und meinte zum Auftreten seines Teams: „Das waren wir uns nach Sonntag schuldig.“
Eisbären-Verteidiger Frank Hördler forderte, „ein bisschen mehr auf das Tor zu bringen.“ Das gestaltete sich im zweiten Abschnitt aber schwieriger, weil die Gäste aggressiver verteidigten und Berlin sich schwertat, aus der eigenen Hälfte hinauszukommen. Eine der wenigen zwingenden Chancen vergab Tallackson, der direkt von Brathwaite freigespielt wurde, Mannheims Routinier aber nicht überwand (29.). Wenige Minuten später machte es der Torjäger besser, als er einen schnellen Angriff nach Vorlage von Busch mit einem Schuss in den Winkel abschloss (1:1).
Talbots Penalty bringt die Entscheidung
Nur wenige Augenblicke danach brandete in der vollbesetzten Arena erneut Jubel auf, als John Sim einen Schlagschuss scheinbar einnetzte - der Puck knallte aber an die Latte (34.). Immerhin war die Aktion Initialzündung für einen Schlussspurt, in dem zunächst Olver nach starker Vorarbeit von Busch und Tallackson vorbeischoss (37.) und auf der anderen Seite Matthias Plachta den Puck nicht im leeren Tor unterbrachte (39.). Als Olver einen überragenden Sololauf mit einem Schuss durch die Beine von Brathwaite zum zweiten Tor abschloss, Mauer allein vor Zepp scheiterte (51.) und Talbot einen Penalty nach Foul von Shawn Belle sicher verwandelte, konnte die Party auf den Rängen in Berlin beginnen.