29.06.2005 · Nicht nur wegen ihrer schönen Tore bewies die Elf von Jürgen Klinsmann wie schon in allen anderen Spielen des Confed Cups, daß sie sich 345 Tage vor dem WM-Eröffnungsspiel in München mit den besten der Welt auf Augenhöhe befindet.
Nicht nur wegen ihrer schönen Tore bewies die Elf von Jürgen Klinsmann wie schon in allen anderen Spielen des Confed Cups, daß sie sich 345 Tage vor dem WM-Eröffnungsspiel in München mit den besten der Welt auf Augenhöhe befindet. Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik.
Oliver Kahn: Rettete früh gegen Borgetti (10.). Aufmerksam, allerdings schwache Spieleröffnung nach vorne. Unmotivierte, weite Abschläge. Chancenlos bei den Gegentoren.
Andreas Hinkel: Begann äußerst fahrig. In der Defensive zeitweise unsicher. Zunächst kaum Aktionen nach vorne, bereitete aber das 2:1 mustergültig vor, danach immer stärker.
Per Mertesacker: Beim 2:2 der Mexikaner falsch postiert. Ansonsten wieder „Mr. Zuverlässig“ in der Abwehr, strahlte dank guter Übersicht Ruhe und Sicherheit aus.
Robert Huth: Zu Beginn mit Problemen, schlechte Abstimmung mit Nebenmann Schneider. Steigerte sich dann aber enorm, gewann viele Kopfballduelle und traf mit seinem 1. Länderspieltreffer zum 3:2.
Bernd Schneider: Schwächen bei der Defensivarbeit (Zweikampf, Stellungsspiel), dafür mit guten Szenen im Spielaufbau. Bleibt als linker Verteidiger vorerst keine Idealbesetzung.
Sebastian Deisler: Spielte zentraler, kam dadurch selten zu gefährlichen Flanken. Sehr einsatzfreudig, nicht immer effektiv. Leitete mit Übersicht das 1:0 ein. In der 67. Minute durch Asamoah ersetzt.
Torsten Frings: Großes Pensum im Mittelfeld. Stopfte Löcher, war bemüht um einen konstruktiven Spielaufbau. Seine ansonsten gute Leistung wurde durch einen bösen Fehler vor dem 1:1 leicht getrübt.
Michael Ballack: Zunächst nicht so auffällig wie in den Spielen zuvor. Nach Hankes Platzverweis aber deutliche Steigerung, zeigte die gewünschten Führungsqualitäten und erzielte mit einem Traum-Freistoß das 4:3.
Bastian Schweinsteiger: Nach schwachem Beginn auffälligster deutscher Spieler. Bereitete mit feinem Hackentrick das 1:0 vor, per Eckball auch das 3:2, und erzielte das 2:1 selbst.
Mike Hanke: Erstes Länderspiel von Beginn an. Sehr eifrig, viele Ballkontakte, großes Laufpensum. „Spielverderber“ durch Rote Karte nach überflüssigem Revanchefoul gegen Salcido (54.).
Lukas Podolski: Lange Zeit gut abgeschirmt, nutzte seine zweite Chance mit einem Traumtor zum 1:0, leitete das 2:1 ein. Bildete mit Schweinsteiger erneut ein gefährliches Tandem. In der 74. Minute durch Kuranyi ersetzt.
Gerald Asamoah: Kam in der 67. Minute für Deisler. Sorgte für Entlastung der eigenen und für Gefahr in der mexikanischen Abwehr. Konnte Borgetti beim 3:3 aber nicht entscheidend stören.
Kevin Kuranyi: Kam in der 74. Minute für Podolski. War zunächst mehr mit Defensivaufgaben beschäftigt, als Sturm-Solist nur gelegentlich gefährlich. Holte aber Freistoß zum 4:3 heraus.
Fabian Ernst: Kam in der 83. Minute für den ausgepumpten Schweinsteiger. Beruhigte das deutsche Spiel, brachte Ordnung in die Aktionen. Sogar torgefährlich.