29.10.2005 · Die Mannschaft von Trainer Meier verließ die Abstiegsplätze. Die Niedersachsen verpaßten es, sich näher an die Uefa-Cup-Ränge heranzuschieben.
Mit der Erinnerung an alte Tugenden hat die Mannschaft des MSV Duisburg den Druck von Trainer Norbert Meier genommen. „Wir haben aggressiv gespielt, eine hohe Laufbereitschaft an den Tag gelegt und die Zweikämpfe angenommen. Die Mannschaft lebt“, sagte Meier nach dem zweiten Saisonsieg des Aufsteigers beim verdienten 1:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg.
MSV-Boss Walter Hellmich konnte sein Krisenmanagement der vergangenen Tage unterdessen als gelungen betrachten. „Mir sind viele Steine vom Herzen gefallen. Es war ein ganz wichtiger Sieg, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Es geht darum, daß ganze Gebilde MSV in der Liga zu etablieren. Dafür ist Norbert Meier der richtige Trainer“, bestätigte Hellmich abermals, der auch nach zuletzt enttäuschenden Vorstellungen, zwei Niederlagen in der Meisterschaft und dem Aus in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim Zweitligaklub 1860 München, zu dem 47jährigen gestanden hatte.
Zuspruch für den Trainer
Stürmer Markus Kurth, der das Tor des Tages von Alexander Bugera (57.) vorbereitet hatte, konnte die aufkommende Trainerdiskussion rund um die MSV-Arena ohnehin nicht verstehen. „Es geht doch nicht darum, welches System wir spielen. Wir müssen als Team auftreten und den Kampf annehmen. Das ist uns gelungen“, sagte Kurth, der nun dem Gastspiel bei Schalke 04 gelassen entgegenblickt: „Dort ist alles möglich. Schalke strotzt auch nicht vor Selbstvertrauen und steht unter Druck.“ Bugera war im Übrigen in der Bundesliga zum ersten Mal seit sechs Jahren erfolgreich.
Die „Zebras“ gewannen vor 18.103 Zuschauern jedenfalls an Selbstvertrauen zurück, kauften dem Gegner den Schneid ab und beendeten nach 313 Minuten ihre Torflaute. „Dieses Erfolgserlebnis haben wir gebraucht. Wir sind von Minute zu Minute selbstbewußter geworden. Jeder hat dem anderen geholfen, man konnte sehen, daß eine Mannschaft auf dem Platz stand“, befand der zuletzt kritisierte MSV-Coach.
Selbstkritische Töne
Unterdessen schlugen die Spieler des Uefa-Cup-Anwärters VfL Wolfsburg nach der dritten Auswärtsniederlage selbstkritische Töne an. „Wir wollten von Beginn an Druck machen und die Verunsicherung der Duisburger nutzen. Wir sind aber nicht ins Spiel gekommen und haben zu viele Zweikämpfe verloren“, sagte Pablo Thiam, während Schlussmann Simon Jentzsch feststellte: „So können wir uns nicht präsentieren. Wir hätten noch zwei Stunden spielen können, ohne ein Tor zu erzielen.“
Wolfsburgs Trainer Holger Fach sah es ähnlich. „Nach den guten Spielen in den vergangenen Wochen haben wir es nicht geschafft, unsere gute Ausgangsposition auszubauen. Wir haben es versäumt, die Duisburger zu Fehlern zu zwingen. Wir haben zu wenig investiert, um die Partie zu gewinnen“, sagte der Coach des Tabellensiebten.