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Drachenfliegen Faszination „freies Fliegen“

30.04.2001 ·  Der besondere Reiz des „freien Fliegens“: Die Verwirklichung des Traumes vom vogelfreien Flug. Dabei gibt es zu Drachen und Gleitschirm keine Alternative.

Von Dennis Walter
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Schwereloses Gleiten und das Gefühl von unbegrenzter Freiheit - nur eine illusorische Vorstellung für den Menschen. Doch die jungen Luftsportarten Drachen- und Gleitschirmfliegen lassen dieses Bild vom fliegenden Menschen Wirklichkeit werden.

30.000 Aktive in Deutschland erfüllen sich den Traum vom „vogelfreien Fliegen“. Dabei gibt es zu Drachen und Gleitschirm keine Alternative. Diese Fluggeräte sind ohne Motorleistung steuerbar und verstärken somit das Gefühl der Unabhängigkeit des Piloten.

Wie gelingt der Einstieg?

Neben der richtigen Ausbildung zählen Disziplin im Umgang mit dem Gerät und Erfahrung zu den wichtigsten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Flugerlebnis. Theoretisches Wissen und praktisches Know-how sind gefragt, um Aufwinde erkennen und optimal nutzen zu können. Nur so lässt sich hoch steigen und weite Strecken zurücklegen.

Das Hänge- und Paragleiten bietet eine sportliche Herausforderung. Einmal den Boden unter den Füßen verloren, kommt der Pilot in den Genuss, die Natur aus zuvor nicht gekanntem Blickwinkel zu erfahren. Nur das Element Luft steht zur Verfügung, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen.

Der Einstieg ins „freie Fliegen“ gelingt am besten über einen Tandemflug. Hier kann man unmittelbar erfahren, ob dieser Sport den eigenen Erwartungen entspricht. Tandemflüge werden in nahezu allen Flugschulen angeboten. Ausgebildete und erfahrene Piloten stehen dafür zur Verfügung.

Beeindruckende Flugleistung des Drachens

Mit dem Gleitschirm verfügt der Pilot trotz seiner einfachen Handhabung über ein leistungsfähiges Fluggerät. Mit zwei Leinen wird die 20 bis 30 Quadratmeter große und fünf bis sieben Kilogramm leichte elliptische Segelfläche gesteuert. Der Pilot ist mit dem Gleitsegel durch Gurtzeug und Fangleinen verbunden, die von der Segelunterseite herablaufen. Die Gleitleistung moderner Geräte entspricht bei einem Höhenunterschied von 1.000 m etwa einer Strecke von sieben Kilometern. Bei fast 300 Kilometern liegt der Streckenflugrekord.

Die Flugleistung des Drachens übersteigt noch die des Gleitsegels. Mit Unterstützung der Thermik (aufsteigende warme Luftmassen) konnten bereits bis zu 500 Kilometer während eines einzigen Fluges zurückgelegt werden. Gegenwärtige Modelle bestehen aus Aluminiumrohren, Edelstahlseilen und Kunststoffsegeln. Dabei kommt der Drachen auf ein Gewicht von 20 bis 40 Kilogramm und weist eine Segelfläche zwischen 13 und 17 qm auf. Der Pilot ist im Gurtzeug liegend unter der Segelfläche aufgehängt.

Sicherheit geht vor

Dem Deutschen Hängegleiterverband (DHV) obliegt die Aufgabe, Fluggeräte auf ihre Tauglichkeit zu testen und freizugeben. Das gleiche gilt für die Fluggelände, die sich im Zuge kontinuierlicher Verbesserung der Geräte sogar im Flachland entwickeln konnten.

Die Sicherheit beim Drachen- und Gleitschirmfliegen wird groß geschrieben. Professionelle Pilotenausbildung in lizensierten Luftfahrerschulen gewährleistet sicheren Flugbetrieb. Wer Drachen- oder Gleitsegelpilot werden will, benötigt zunächst einen Luftfahrerschein, der vom DHV nach entsprechender Ausbildung erteilt wird.

Ausgesuchtes Equipment für jede Könnensstufe

Gängige Klassifizierung für Fluggeräte ist die Vergabe von Noten. Ein Hängegleiter mit der Note zwei wird an Piloten mit beschränktem Luftfahrerschein (A-Schein), Modelle mit der Note drei ausschließlich an Piloten mit unbeschränktem Luftfahrerschein (B-Schein) ausgegeben. Für Anfänger, die am einfachen und unproblematischen Flugverhalten ihres Gerätes interessiert sein sollten, empfiehlt sich die Note eins.

Auf der „Free Flight“, der weltweit größten Branchenausstellung, präsentierten jüngst über 90 Aussteller ihre Neuigkeiten aus dem Gleitschirm- und Drachenbau.

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