26.10.2004 · Vier Jahre nach der Dopingrazzia beim Giro d'Italia 2000 ist in Bologna der Prozeß gegen zehn Radprofis und zwei Masseure eröffnet worden. Wegen Sportbetrugs drohen den Angeklagten bis zu zwei Jahren Haft.
Mehr als vier Jahre nach der Dopingrazzia beim Giro d'Italia 2000 ist in Bologna am Mittwoch der Prozeß gegen zehn Radprofis und zwei Masseure eröffnet worden. Der Florentiner Staatsanwalt Luigi Bocciolini wirft den zehn Italienern, einem Tschechen und einem Spanier Sportbetrug vor.
Der ehemalige Telekom-Fahrer Alberto Elli, seine italienischen Landsleute Giuliano Figueras, Stefano Zanini, Dario Frigo, Domenico Romano, Giuseppe Di Grande, Giampaolo Mondini, Daniele Di Paoli und Ermanno Brignoli sowie der Tscheche Pavel Padrnos vom ehemaligen US-Postal-Team um Lance Armstrong sind wegen Besitzes unerlaubter Substanzen angeklagt, ebenso die Masseure Primo Pregnolato von der inzwischen aufgelösten Mercatore Uno-Mannschaft des verstorbenen Marco Pantani und der Spanier Xavier FranciscoFernandez. Wegen Sportbetrugs drohen den Angeklagten bis zu zwei Jahren Haft.
Die Untersuchung hatte nach einer aufsehenerregenden Polizeirazzia am Ende der Giro Etappe am 6. Juni 2000 in San Remo begonnen. Die Beamten hatten damals rund 300 Päckchen und Ampullen beschlagnahmt, die auf EPO, Wachstumshormone und Insulin untersucht wurden. Ursprünglich waren Ermittlungen gegen 86 Fahrer und Betreuer eingeleitet worden.