04.07.2002 · Zu einem Dauerthema wurde Doping durch Skandal-Tour de France 1998. Doch nachgewiesene Doping-Praktiken gehen bis Ende des 19. Jahrhunderts zurück.
Das Themas Doping begleitet den Radsport von Beginn an. Nachgewiesene Doping-Praktiken im Radsport gehen bis ans Ende des 19. Jahrhunderts zurück.
1886 fiel beim Rennen Bordeaux - Paris der Engländer Linton tot vom Rad - er hatte Aufputschmittel genommen.
1960 brach Goldmedaillen-Gewinner Knud Jensen beim olympischen Straßenrennen in Rom nach der Zieldurchfahrt tot zusammen. Der Däne war gedopt.
1967 gab es das erste Doping-Todesopfer bei der Tour de France. Bei 41 Grad Celsius starb der Engländer Tom Simpson beim Anstieg zum 1912 Meter hohen Mont Ventoux an Herzversagen. Die tödliche Mischung von Amphetaminen und Alkohol kreiste in seiner Blutbahn. In Simpsons Trikottaschen wurden Röhrchen mit Amphetaminen gefunden.
1969 wurde der deutsche Rennfahrer Rudi Altig auf der 14. Etappe der Tour de France ertappt. Im gleichen Jahr wurde beim Giro d'Italia der fünfmalige Tour-Sieger Eddy Merckx des Dopings überführt.
1980 musste Dietrich Thurau nach der dritten positiven Probe die Tour beenden, sieben Jahre später wurden in seinem Körper Anabolika nachgewiesen.
1988 gewann der Spanier Pedro Delgado die Tour mit Doping verschleiernden Mitteln, die der Radsport-Weltverband UCI 15 Tage nach seinem Sieg verbot. Im gleichen Jahr wurde der drei Mal überführte Däne Kim Anderson als erster Radrennfahrer lebenslang gesperrt.
1997 führte die UCI Bluttests ein. Erstes prominentes Opfer war der Italiener Claudio Chiapucci.
1998 wurde Doping durch die skandalösen Vorfällen bei der 85. Tour de France zu einem Dauerthema. Die Tour stand mehrfach vor dem Abbruch. Der französische Rennstall Festina wurde von der „Großen Schleife“ durch Frankreich ausgeschlossen, nachdem die Mannschaftsführung systematisches Doping gestanden hatte.
1999 wurde bei der Italien-Rundfahrt der Giro- und Tour-Sieger von 1998, Marco Pantani, wegen Blutdopings ausgeschlossen. Der Fund einer Insulin-Spritze beim Giro wurde zum Verhängnis für den Wiederholungstäter. Pantani wurde vom italienischen Verband am 17. Juni 2002 für acht Monate gesperrt.
2002 hatten die Doping-Fälle der früheren Sieger Stefano Garzelli, Gilberto Simoni sowie Roberto Sgambelluri (alle Italien) und Faat Zakirow (Russland) den diesjährigen Skandal-Giro erschüttert.