Zehn Monate nach dem Olympia-Auftakt hat die Athener Untersuchungsrichterin Irini Nikolaou am Montag Anklage gegen Ekaterini Thanou und ihren früheren Trainer Christos Tsekos erhoben. Gleiches droht Kostas Kenteris, dem 200-Meter-Olympiasieger von Sydney 2000, nach seiner Vernehmung in den kommenden Tagen.
Ekaterini Thanou, die in Sydney Silber über 100 Meter gewonnen hatte, soll im August 2004 mit Hilfe von Trainer Tsekos drei Dopingtests außerhalb der Wettkämpfe umgangen und am Vorabend der Olympiaeröffnung einen Motorrad-Unfall fingiert haben, um sich einer Urinprobe zu entziehen. Nach Erkenntnissen der Untersuchungsrichterin hat Thanou gelogen, als sie vor Gericht aussagte, man habe den Unfall nicht konstruiert.
Die Athleten und ihr Trainer sollen Trainingskontrollen am 27./28. Juli in Tel Aviv, am 10./11. August in Chicago und am 12. August in Athen umgangen haben. Das griechische Sprint-Duo war von der Disziplinar-Kommission des griechischen Leichtathletik-Verbandes Mitte März freigesprochen worden; Tsekos dagegen wurde für vier Jahre als Trainer gesperrt.
Der Internationale Leichtathletik-Verband hat Ekaterini Thanou und Kenteris danach bis zu einer endgültigen Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes in Lausanne suspendiert.