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Doping Die Tour de France und ihre Doping-Skandale

27.07.2006 ·  Doping, Doping, immer wieder Doping. Die Geschichte der Tour de France ist seit ihrer ersten Auflage 1903 eine Ansammlung verbotener Substanzen. Der Medikamenten-Cocktail von FAZ.NET.

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Doping, Doping, immer wieder Doping. Die Geschichte der Tour de France ist eine Ansammlung verbotener Substanzen. Seit ihrer ersten Auflage 1903 ist Doping ein ständiger Begleiter der Tour de France. Die dreiwöchige „Ochsentour“ durch die Alpen und Pyrenäen ließ immer wieder Fahrer zu verbotenen unterstützenden Mitteln greifen. Seit dem bislang größten Skandal bei der 85. Tour 1998 ist Doping im Radsport global ein Dauerthema.

1959: Der französische Zoll beschlagnahmt Pillen für den zweimaligen besten Bergfahrer, den Luxemburger Charly Gaul. Es sind Produkte, um pharmazeutisch die Leistung zu verbessern. Tour-Ärzte fordern schon damals Doping-Kontrollen.

1960: Tour-Arzt Pierre Dumas entdeckt, wie sich der italienische Meister Gastone Nenzini im Hotel männliche Hormone per Infusion spritzt.

1962: Die Favoriten Nenzini und Hans Junkermann aus Deutschland scheiden offiziell wegen einer Lebensmittelvergiftung aus. Mediziner: Es könnten Morphine gewesen sein.

1966: Erste offizielle Doping-Kontrolle bei der Tour am 28. Juni. Bei einer weiteren am 5. Juli sind gleich sechs Fahrer positiv. Am 13. Juli stirbt der Engländer Tom Simpson nach einem Kollaps beim Anstieg zum Mount Ventoux. In seiner Trikottasche werden Röhrchen mit Amphetaminen gefunden. Eine tödliche Mischung von Amphetaminen und Alkohol kreiste in seiner Blutbahn.

1969: Tour-Sieger Eddy Merckx soll vom Tour-Arzt Lucien Maigre Doping-Mittel erhalten haben. Maigre bestreitet. Jahre später wird bekannt, daß Merckx oft Cortisone benutzte.

1978: Spitzenreiter Michel Pollentier (Belgien) gibt bei einer Kontrolle fremden Urin ab.

1980: Der fünfmalige Tour-Sieger Bernhard Hinault gibt im Gelben Trikot wegen Knieproblemen auf - Arzt Philippe Miserez vermutet dahinter Cortisonmißbrauch. Dietrich Thurau wird nach der dritten positiven Probe in der Saison aus der Tour genommen.

1987: Thurau beendet seine letzte Tour vorzeitig, ihm wird Anabolika-Konsum nachgewiesen.

1988: Pedro Delgado werden Mittel nachgewiesen, die Doping verschleiern. Diese stehen nicht auf der Liste des Radweltverbandes UCI, aber auf dem Index des Internationalen Olympischen Komitees. Der Spanier gewinnt die Tour, 15 Tage später werden diese Mittel auch von der UCI verboten.

1991: Das komplette niederländische PDM-Team mit den Deutschen Falk Boden und Uwe Raab wird wegen einer Lebensmittelvergiftung von der Tour zurückgezogen. Fünf Jahre später gibt Raab zu, daß es an einem unsachgemäß gelagerten Doping-Präparat lag. Der Belgier Eddy Planckaert, Gewinner des Grünen Trikots 1988, gibt nach Ende seiner Laufbahn die Einnahme von Epo zu.

1997: Der Usbeke Dschamolidin Abduschaparow wird nach der Einnahme von Clenbuterol und Bromantan ausgeschlossen. Erstes prominentes Opfer der seit 1. Januar 1997 eingeführten Bluttests der UCI ist der Italiener Claudio Chiappucci, dessen Team nicht an der Tour teilnimmt.

1998: Die Tour erlebt ihren größten Dopingskandal. Ausgelöst wird er vom Festina-Masseur Willy Voet, bei dem 400 Epo-Ampullen gefunden werden. Nach der Verhaftung von Teamdirektor Bruno Roussel und Mannschaftsarzt Eric Ryckaert wird der Festina-Rennstall um Bergkönig Richard Virenque komplett von der Tour ausgeschlossen. Der Skandal weitet sich auf die Teams von TVM und Once aus, es folgen weitere Verhaftungen.

2000: Der Russe Sergej Iwanow, Rossano Brasi aus Italien und der Slowene Andrej Hauptman werden beim Tour-Start wegen überhöhter Hämatokritwerte aus dem Rennen genommen.

2002: Alle 141 durchgeführten Doping-Kontrollen fallen negativ aus. Allerdings wird Edita Rumsas, die Frau des Tour-Dritten Raimondas Rumsas, am letzten Tag an der Grenze nach Italien gestoppt und mit erheblichen Mengen von Epo, Anabolika und Aufputschmitteln im Auto festgenommen. Ihr Mann reist gleich nach dem Tour-Finale nach Italien ab.

2003: Der Spanier Javier Pascual Llorente vom Team Kelme wird positiv aus EPO getestet und später 18 Monate gesperrt.

2004: Das spanische Kelme-Team wird im Vorfeld der Tour von der Frankreich-Rundfahrt ausgeschlossen, weil sich das Team nach Vorwürfen wegen Blutdopings bei der Tour 2003 verantworten muß. Unmittelbar vor dem Tour-Start wird Zeitfahr-Weltmeister David Millar wegen Epo-Verdacht ausgeschlossen, während der Tour erwischen die Dopingfahnder Gorka Gonzalez (Spanien), Christophe Brandt (Belgien), Stefano Casagrande (Italien) und Martin Hvastija (Tschechien).

Marco Pantani, der Tour-Sieger von 1998, stirbt an einer Überdosis Kokain in einem Hotelzimmer in Rimini. Er war 1999 beim Giro d' Italia des Dopings überführt worden, hatte 2003 endgültig mit dem Radsport aufgehört und litt unter starken psychischen Problemen.

2005: Italiens ehemaliger Zeitfahrmeister Dario Frigo wird in Courchevel verhaftet, bei ihm wurden verdächtige Ampullen entdeckt.

2006: Zwei Tage vor dem Tour-Start veröffentlichen spanische Dopingfahnder eine Liste mit den Namen von 58 Personen, gegen die wegen Dopingsverdacht ermittelt wird. Die Tour-Favoriten Jan Ullrich und Ivan Basso werden ebenso genannt wie Astana-Profi Jörg Jaksche. 18 Stunden später gibt das T-Mobile Team die Suspendierung von Ullrich und seinem Teamkollegen Oscar Sevilla sowie Betreuer Rudy Pevenage bekannt. Die Tour findet ohne die beiden statt.

2006: Drei Tage nach Ende der Tour macht der Weltverband UCI am 26. Juli einen positiven Test öffentlich. Name oder Nationalität des Fahrers werden zunächst nicht genannt. Einen Tag später gibt der Phonak-Rennstall bekannt, daß es sich bei dem positiv getesteten Athleten um Tour-Sieger Floyd Landis handelt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid
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