Die Staatsanwaltschaft von Athen hat am Mittwoch nach mehrmonatigen Ermittlungen Anklage gegen das griechische Sprinterduo Konstantinos Kenteris und Ekaterini Thanou sowie gegen ihren Trainer Christos Tsekos erhoben. Ihnen wird nach Berichten des griechischen staatlichen Fernsehens (NET) vorgeworfen, einen Tag vor Beginn der Olympischen Spiele 2004 in Athen einen Motorradunfall inszeniert zu haben, um einer Doping-Kontrolle zu entgehen.
Dabei hätten sie die Behörden durch falsche Aussagen in die Irre geführt. Zudem habe der Staatsanwalt Anklage gegen zwei Zeugen erhoben, die damals ausgesagt hatten, sie hätten den Unfall gesehen. Der Unfall habe nach Ansicht der Staatsanwaltschaft "nie stattgefunden", berichtete NET. Die beiden Sprinter waren am 12. August 2004 von Kontrolleuren im Olympischen Dorf aufgesucht worden. Augenzeugen hatten damals griechischen Medien gesagt, sie seien "geflohen". Kenteris und Thanou dagegen sagten, sie seien im Athener Vorort Glyfada gewesen und hätten einen Motorradunfall gehabt. Sie gaben ihre Akkreditierungen ab und nahmen nicht an den Olympischen Spielen 2004 teil.