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Doping Amerikas Leichtathletik vor Dopingskandal

17.10.2003 ·  Zehn Monate vor den olympischen Spielen spricht die amerikanische Anti-Doping-Agentur von einem „Betrug übelster Sorte“. Namen und genaue Ergebnisse werden wohl erst im Dezember genannt.

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Zehn Monate vor den Olympischen Spielen droht der amerikanischen Leichtathletik ein Doping-Skandal ungeahnten Ausmaßes. Mehreren Topathleten sei in der A-Probe die Einnahme des Steroids Tetrahydrogestrinone (THG) nachgewiesen worden, teilte die in Colorado Springs ansässige amerikanische Anti-Doping-Agentur (USADA) am Donnerstag (Ortszeit) mit.

Eine genaue Anzahl und die Namen der betroffenen Sportler wurden nicht genannt. Das geschehe frühestens im Dezember nach der Untersuchung der B-Proben, sagte USADA-Direktor Terry Madden. Sollten sich die Befunde der A-Probe bestätigen, würde das eine zweijährige Sperre und damit die Nichtteilnahme an den Olympischen Spielen in Athen zur Folge haben.

„Absichtlicher Betrug der schlimmsten Art“

„Ich kenne keinen Dopingfall, in den mehr Athleten involviert waren als in diesen. Wir glauben sogar fest daran, daß auch internationale Sportler darin verwickelt sind“, sagte Madden. Das Ganze sei vom Umfang her nicht mehr mit den positiven Testresultaten in Folge verunreinigter Nahrungsergänzungsmittel zu vergleichen. „Das ist absichtlicher Betrug der schlimmsten Art. Das Ausmaß stellt sich als eine Verschwörung von Chemikern, Trainer und Sportlern dar, die glaubten, mit einem nicht nachweisbaren Designer-Steroid die Mitkonkurrenten, die Amerikaner und die Weltöffentlichkeit betrügen zu können.“ Auf das Komplott sei USADA durch einen anonymen Hinweis aufmerksam geworden.

Bei dem Informanten handele es sich um einen renommierten Leichtathletik-Trainer. Er habe USADA Anfang Juni angerufen und behauptet, daß bestimmte amerikanische und internationale Leichtathleten ein Steroid verwenden, daß noch nicht nachgewiesen werden könne. Der Informant sandte der Anti-Doping-Agentur später eine Spritze, die diese Dopingsubstanz enthielt, berichtete Madden. Daraufhin seien während der nationalen Meisterschaften im Juni im kalifornischen Stanford 350 und außerhalb der Wettkämpfe weitere 100 Dopingproben genommen worden. Bei Letzteren handelte es sich aber nicht nur um Leichtathleten.

Gleiches Präparat wie im Fall Kelli White

Bei einigen Leichtathleten sei durch die Untersuchungen auch das Stimulanzmittel Modafinil nachgewiesen worden. Es ist das gleiche Präparat, auf das Sprinterin Kelli White im August nach ihrem Sieg über 100 m bei den Weltmeisterschaften in Paris positiv getestet worden war. Der Freundin von Speerwerfer Boris Henry droht die Aberkennung der WM-Goldmedaillen über 100 und 200 m. Die Entscheidung liegt beim amerikanischen Verband USTAF. Ob THG-positiv getestete Leichtathleten bei der WM gestartet sind, wollte Madden nicht sagen.

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