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Amerikas Präsident und Sport : Wo Trumps übergroßes Ego entstand

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Best Friends? Nicht Donald Trump (links) und die schottischen Golfer. Bild: Picture-Alliance

Wie kommt es eigentlich, dass der künftige amerikanische Präsident Donald Trump so ein großes Ego hat? Der Sport spielt eine wesentliche Rolle – und verschaffte ihm auch Anschluss an die Superreichen.

          Es waren die ausgehenden fünfziger Jahre, als man in Amerika richtig optimistisch und zufrieden war. Die Welt war noch gut sortiert und übersichtlich, und Familienväter besaßen noch unumstrittene Autorität. Weshalb ein aufsässiger Teenager in einem der wohlhabenden Viertel im New Yorker Stadtteil Queens im Spätsommer 1959 seine Sachen packen musste. Der erfolgreiche Immobilienunternehmer Frederick Trump sah nämlich keine andere Möglichkeit, als seinen zweitjüngsten Sohn auf ein strenges Internat zu schicken: auf die New York Military Academy in Cornwall-on-Hudson, wo Schüler eine Soldatenuniform verpasst bekamen und im harschen Kasernenton herumkommandiert wurden.

          Aller Anfang war schwer. Denn der junge Donald John Trump wusste weder, wie man ein Bett macht noch wie man seine Schuhe putzt. Aber dann fand er sich bestens zurecht. „Er wollte einfach in allem der Erste sein. Und er wollte, dass Leute um ihn herum das auch wissen“, erzählte einer der Ausbilder später. Das zeigte sich besonders im Sport. Trump war mit seinen 1,84 Metern ein entscheidender Spieler in den Schulmannschaften im Football, Fußball und im Baseball.

          „Er hat Kritik akzeptiert“, erinnerte sich einer der Coaches Jahre später: „Denn er wollte nicht einfach nur besser werden. Sondern der Beste.“ Vor allem im Baseball, wo Trump meistens First Base spielte, aber manchmal auch als Catcher eingesetzt wurde, und wo man eine schwierige Kunst lernt: einen knallharten heranfliegenden Ball mit einem runden Knüppel zu treffen. Das konnte er irgendwann so gut, dass sich Scouts der Philadelphia Phillies, eines Klubs der National League, für ihn interessierten.

          Trump verbrachte fünf Jahre in der Bildungseinrichtung, die im Laufe der Jahrzehnte eine Reihe illustrer Typen hervorgebracht hat. Darunter Regisseur Francis Ford Coppola („Apocalypse Now“), Musical-Komponist und -Librettist Stephen Sondheim („West Side Story“), die Mafia-Figur John Gotti Junior sowie den einen oder anderen Karriereoffizier. So berühmt und einflussreich wie der Junge aus Queens allerdings wurde keiner. Vielleicht weil niemand so viel aus dieser Lebensphase an Bestätigung seines übergroßen Egos mitnahm. Eine Philosophie, die sich heute auf diese Gedanken reduzieren lässt: Ich bin stark! Politiker sind schwach! Ich sage die Wahrheit und gebe niemals nach! Alle anderen lügen und treten unseren Widersachern mit der weißen Fahne entgegen! Ich baue uns innerlich wieder auf und sorge dafür, dass man diesem Land in der ganzen Welt wieder mit Furcht begegnet!

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          Wie dieses Experiment ausgehen wird, kann man vom 20. Januar an verfolgen, wenn Trump in Washington als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wird und die Amtsgeschäfte von Barack Obama übernimmt. Kaum zu glauben: Aber die Grundrisse für den Weg dahin zeichneten sich bereits in Cornwall ab: „Ich war in diesem militärischen System sehr erfolgreich und einer der Top-Typen der ganzen Schule“, behauptete Trump vor einer Weile und fügte damit mannigfachen Selbstüberschätzungen („Mein IQ ist einer der größten“) eine weitere hinzu.

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