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Doping : Dieter Baumann: Chronologie eines Dopingfalles

FAZ.NET zeichnet die Chronologie des bisher spektakulärsten Doping-Kriminalfalles der deutschen Sportgeschichte nach.

          Der Zickzacklauf von Baumann durch die nationalen und internationale Sportgerichtsinstanzen. Eine Chronologie des spektakulären Doping-Falles, der auch Polizei und Staatsanwaltschaft beschäftigte.

          5. August 1999: Der Schleier
          Baumann wird kurz nach der Rückkehr aus dem Höhentrainingslager in St. Moritz an seinem Wohnort Tübingen kontrolliert. Die Probe weist einen Schleier von 1,0 Nanogramm Nandrolon im Urin auf. Der Grenzwert liegt bei 2,0. Die körpereigene Produktion erreicht normalerweise nur 0,6.

          17. November: Der Verdacht
          Dieter Baumann wird von der Anti-Doping-Kommission des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) wegen des Verdachts eines Anabolika-Missbrauchs angehört. Der 5 000-m- Olympiasieger von 1992 beteuert seine Unschuld.

          19. November: Die Suspendierung
          Der DLV suspendiert Baumann mit sofortiger Wirkung. Analysen einer am 19. Oktober vorgenommenen Trainingskontrolle und einer Kontrollprobe am 12. November haben jeweils einen weit über dem erlaubten Grenzwert von zwei Nanogramm liegenden Nandrolon-Anteil von über 20 Nanogramm im Urin des Athleten ergeben.

          20. November: Der Anwalt wird eingeschaltet
          Baumann beauftragt den Heidelberger Anwalt Michael Lehner und will "aktiv an der Aufklärung arbeiten".

          25. November: Der Eid in eigener Sache
          Der Sportler erklärt an Eides statt, "dass ich nie Dopingmittel genommen habe".

          3. Dezember: Das Corpus delicti
          Untersuchungsergebnisse des Kölner Doping-Labors von Professor Wilhelm Schänzer werden bekannt, wonach das anabole Steroid Norandrostendion in der Zahnpasta des Läufers gefunden wurde. Baumann spricht von einem "kriminellen Akt" und stellt Strafanzeige wegen vorsätzlicher Körperverletzung bei der Staatsanwaltschaft Tübingen.

          6. Dezember: Die Polizei ermittelt
          Das Dezernat Sonderfälle der Landespolizeidirektion Tübingen nimmt die Ermittlungen auf und hört Dieter und Isabelle Baumann an. DLV-Präsident Helmut Digel bestreitet eine Ungleichbehandlung seines langjährigen Mitstreiters im Anti-Doping- Kampf und lehnt seinen Rücktritt ab.

          6. Januar 2000: Die Kommission beschließt
          Die Anti-Doping-Kommission des DLV beschließt, dass der Ex-Europameister weiter suspendiert bleibt.

          12. Januar: Der Täter wird gejagt
          Baumann setzt eine Prämie von 100 000 Mark für die Ergreifung des Täters in der "Zahnpasta-Affäre" aus.

          19. Januar: Die zweite Tube
          Die bisherigen Ermittlungen haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft "keine zureichenden Täterhinweise erbracht", es wurde jedoch eine zweite manipulierte Zahnpastatube gefunden.

          22. Januar: Sperre beantragt
          Das DLV-Präsidium beantragt beim unabhängigen Rechtsausschuss des Verbandes eine Zwei-Jahres-Sperre für Baumann. Der Ex-Europameister sieht sich weiterhin als "Opfer eines langfristig und gezielt geplanten Anschlags".

          25. Februar: Eilantrag abgelehnt
          Der dreiköpfige Rechtsausschuss unter dem Vorsitz von Wolfgang Schoeppe (Ansbach) lehnt einen Eilantrag des Athleten auf Aufhebung der Suspendierung ab. Das Gremium will vor seiner Urteilssprechung die Ermittlungsergebnisse der Tübinger Staatsanwaltschaft abwarten.

          25. März: Test mit Lügendetektor
          Vor Abreise ins Höhentrainingslager nach Arizona lassen sich Baumann und seine Frau und Trainerin Isabell im psychologischen Institut der Universität Köln an einen Lügendetektor anschließen. Das Ergebnis ist bedeutungslos.

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