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Dienstbeginn in Hoffenheim Peters will kein Missionar sein

11.10.2006 ·  Hockey hat er als Bundestrainer zur erfolgreichsten Ballsportart in Deutschland gemacht. Jetzt beginnt Bernhard Peters beim Fußball-Drittligisten TSG Hoffenheim als Sportdirektor. Mit der Überzeugung, daß Fußballer von anderen Sportarten lernen können.

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Bernhard Peters hat Hockey zur erfolgreichsten Ballsportart in Deutschland gemacht und Begehrlichkeiten beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) geweckt. Nach drei Weltmeister-Titeln als Bundestrainer der Männer betritt der 46jährige jetzt neues Terrain: Er beginnt als Direktor für Sport- und Nachwuchsförderung beim Fußball-Drittligisten TSG Hoffenheim.

Peters ist überzeugt davon, daß Fußballer von anderen Sportarten lernen können. So habe sich im Hockey die Abschaffung der Abseitsregel bewährt. „Dadurch fallen mehr Tore, und die Spiele werden interessanter“, sagt er.

Von morgens bis abends nur Ecken

Der Tabellenvierte der Regionalliga Süd will hoch hinaus. Milliardär Dietmar Hopp, Mitbegründer des Software-Giganten SAP, beginnt demnächst mit dem Bau eines 30.000 Zuschauer fassenden Stadions in Sinsheim. Darin sollen die Fußballer aus dem 3400 Einwohner zählenden Ortsteil Hoffenheim in nicht allzu ferner Zukunft als Bundesligist spielen.

Für den erhofften Aufstieg wurde ein mehrköpfiges Kompetenz-Team verpflichtet, an deren Spitze der ehemalige Bundesliga-Trainer Ralf Rangnick (zuletzt Schalke 04) und Bernhard Peters stehen. Peters sieht sich aber „nicht als Missionar“. Sein Schwerpunkt bei seinem neuen Arbeitgeber liegt auf der Trainings-Systematik. „Mich wundert es, daß im Fußball relativ wenig Wert auf Standard-Situationen gelegt wird. Im Hockey haben wir mehrtägige Lehrgänge veranstaltet, in denen von morgens bis abends nur Ecken trainiert wurden“, erklärte der Diplom-Sportlehrer.

Rückstände aufholen kann man trainieren

Auch daß die deutsche Hockey-Nationalmannschaft vor drei Wochen im WM-Finale einen 1:3-Rückstand gegen Australien noch in einen 4:3- Sieg verwandelt hat, habe seine Gründe. „Einen Rückstand aufzuholen, das kann man trainieren“, sagt Peters. Auch im Olympia-Stützpunkt Rhein-Neckar in Heidelberg will sich der Sportwissenschaftler Anregungen holen, wie man das Training weiter optimieren kann.

Nachwuchs-Fußballern steht er als Laufbahnbegleiter zur Verfügung. „Dabei ist für mich auch die schulische und persönliche Weiterentwicklung wichtig“, sagt er. Peters will auch der Video-Analyse mehr Bedeutung geben. „In England arbeiten damit alle 20 Vereine der Premier League, in der Bundesliga sind es gerade mal eine Hand voll.“

Keine Konflikte mit Sammer

Bei der mentalen Vorbereitung soll ihm wie schon bei der Hockey-Nationalmannschaft Hans-Dieter Hermann zur Seite stehen. Die Verhandlungen des Regionalligisten mit dem Psychologen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft stehen kurz vor dem Abschluß. Im Gegenzug wird Peters Berater beim DFB. Daß es dabei Konflikte mit Matthias Sammer gibt, der ihm vor ein paar Monaten als Sportdirektor vorgezogen wurde, glaubt er nicht: „Ich habe mit Sammer gesprochen und werde in einigen Bereichen gut mit ihm zusammenarbeiten.“

Vorrangig geht es Peters jedoch um die TSG Hoffenheim: Dafür zieht er nach 23 Jahren in Krefeld mit seiner Frau Britta, Sohn Jan (13), Tochter Pauline (12) sowie den vierjährigen Zwillingen Hannah und Sophie nach Nordbaden um.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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