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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Die fünf Finalisten Favorit Paris, Außenseiter Moskau

 ·  Die fünf „Mega-Citys“ (Innenminister Otto Schily) Paris, Madrid, London, Moskau und New York ringen nach der Vorentscheidung des IOC um die Spiele 2012. Die Besonderheiten und Chancen der Bewerber.

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Paris (Platz eins, beste IOC-Bewertung) - Olympische Spiele: 1900, 1924; bisherige Bewerbungen: 1992, 2008; Einwohner: 2,1 Millionen (Großraum 11). Die französische Hauptstadt verspricht ein "Sportfest des Friedens" sowie "ökologische und einfache Spiele ohne Verschwendung". Die Organisatoren verweisen auf die erfolgreiche Fußball-WM 1998 und die gelungene Leichtathletik-WM 2003. Die Infrastruktur bietet alle Voraussetzungen für eine solche Großveranstaltung. Der Favorit für die Spiele 2012.

Madrid (Platz zwei) - noch keine Olympischen Spiele; bisherige Bewerbungen: 1972; Einwohner: 3 Millionen (Großraum 5). Madrid verspricht "Spiele der kurzen Wege": Vom Olympischen Dorf im Osten der Stadt zum Olympiastadion sollen es nur 1,5 Kilometer sein. Damit könnte ein großer Teil der Athleten zu Fuß zu den Wettkämpfen gelangen. Solide Bewerbung.

London (Platz drei) - Olympische Spiele: 1908, 1948, Zuschlag für 1944 (Spiele fielen wegen des Zweiten Weltkriegs aus); Einwohner: 2,8 (Großraum 7,1). Die kosmopolitische Metropole sieht sich als Spezialist für Völkerverständigung. London wirbt auch mit Kompaktheit. Vom Bau des Olympiazentrums in Stratford verspricht man sich eine dauerhafte Sanierung des seit Jahrhunderten benachteiligten Ostens. Trotz einiger Einschränkungen im Transport gehört die Bewerbung zu den besten.

New York (Platz vier) - noch keine Olympischen Spiele (aber schon viermal in den Vereinigten Staaten, zuletzt 1996 in Atlanta), erste Bewerbung; Einwohner: 8 Millionen (Großraum 22). Als großes Plus sehen die New Yorker Stadtväter den ausgeprägten multikulturellen Charakter. Den weltumspannenden Gedanken der Olympischen Spiele und ihre überragende Friedensidee möchte man dadurch betonen, daß die Sportler in Sichtweite des Hauptquartiers der Vereinten Nationen wohnen sollen. Das Olympische Dorf im Stadtbezirk Queens am East River soll an drei Seiten von Wasser umgeben sein. Von dort aus sollen die Athleten jeden Wettkampfort rasch mit Olympia-Bahnen und -Bussen erreichen können. New York bietet gewaltige Zahlen auf, um eine erfolgversprechende Kandidatur zu untermauern.

Moskau (Platz fünf) - Olympische Spiele: 1980; bisherige Bewerbungen: 1976; Einwohner: 10 Millionen. Sicherheitsprobleme machen die russische Hauptstadt zum Außenseiter. Als Vorteil stellt das Bewerbungskomitee heraus, daß 80 Prozent der Sportstätten der Spiele 1980 noch nutzbar seien. Die wichtigsten Sportzentren, das Olympische Dorf und das Pressezentrum sollen alle an der Moskwa liegen. Es böte sich an, den Fluß auch als Verkehrsweg zu nutzen. Eine Bewerbung auf schwachen Füßen. Wackelkandidat mit politischem Bonus.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2004, Nr. 116 / Seite 33
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