12.12.2012 · Der Druck der Politik hat Vereine und Verbände zum schnellen Handeln gezwungen. Enttäuschte Erwartungen vieler Fangruppen sind der Preis mangelhafter Kommunikationsfähigkeit vieler Vereine. Nun ist es höchste Zeit, dass die Klubs ihrer Klientel zuhören.
Von Michael HoreniRichtlinien für Lesermeinungen
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Es ist klar, wo die Sympathien des Verfassers liegen
Für ihn sind die "Klientel" der Bundesligaclubs die
"Fans", die sich in den Stehplatzkurven aufhalten. Denen soll
"zugehört" werden.
Danach gehöre ich nicht zur "Klientel", und mir muss man
auch nicht zuhören. Ich bin - wie Millionen andere - Abonnent von
Sky. Mich stören die Bilder von Gewalttätigkeit und
Rauchbomben und Bengalos der "Fankultur". Mich stören die
90-minütigen monotonen Sprechgesänge - oft randvoll mit Hass
und Verachtung für die Gegner und deren Fans -, die ich mir
anhören muss, wenn ich dem TV nicht gleich den Ton abdrehen will.
Schade, dass man meine Kritik nicht anhören will, denn ich
gehöre ja nicht zur "Klientel".
Auch als Steuerzahler - die Kosten der Polizeieinsätze sind enorm -
habe ich kein Anrecht auf Anhörung, denn auch in dieser Eigenschaft
gehöre ich nicht zur "Klientel".
Ich schlage vor, die Bundesligaclubs, die "Fankultur" und die
Sportpresse gründen einen eigenen Staat im Staate, der sich selbst
finanziert und bewacht.
Fanatiker-Kultur braucht in Deutschland niemand mehr
Die "Fans" ("Fan" ist ja nur die Abkürzung
für Fanatiker) lamentieren damit, daß ihre
"Fankultur" in Gefahr sei.
Ist diese "Kultur" eigentlich schützenswert ?
Brauchen wir im Angesicht der deutschen Vergangenheit wirklich eine
"Kultur" bei der Menschen sich in Massen hinter Fahnen
versammeln, Andersdenkde verhöhnen, Hassgesänge
anstoßen, sich durch uniforme Kleidung abgrenzen, Gewalt
verherrlichen etc. ?
Ich denke wir brauchen das nicht, jede Maßnahme diesen
"Fanatikern" Einhalt zu gebieten scheint mir angemessen, wer
sich ein Sportereignis anschauen will, der kann dies auch im sitzen und
ohne gewalttätige "FAN" Attitüden tun.
Artikel wird der Realität nicht gerecht
Die (meisten) Vereine kommunizieren schon lange mit Ihren Fans und
treffen Vereinbarungen. Lediglich die Verbände DFL/DFB verweigern
sich jeglicher Kommunikation mit dem "gemeinen Pöbel",
lassen sich von Politiker- und Mediengeschwätz treiben, zwingen die
Vereine, irgendwelche unausgegorenen Papiere gegenüber den Fans
durchzudrücken, welche sich durch diesen Zwang wiederum
gegenüber den eigenen Fans und Mitgliedern unglaubwürdig
machen, weil Absprachen/Vereinbarungen aufgrund dieses Zwangs zunichte
gemacht werden, was unweigerlich zu Reibungspunkten zw. Verein und
(aktivem) Fan führt.
Und noch eines, warum können sich Politiker mit dem Thema
"Fangewalt" profilieren und eben diesen Druck auf
Verband/Verein ausüben, wenn doch, wie in den meisten Medien in
letzter Zeit richtig geschrieben, die Gewalt im Stadion eigentlich gar
nicht in der Form existent ist?
Na liebe Medien? Mal selbstkritisch darüber nachdenken ....
Fussball ist das Spiel der vollendeten...
...Tatsachen. Samstag 15.30 Uhr ist Anpfiff und neunzig Spielminuten
später steht das Resultat unumstösslich auf der Anzeigentafel.
Vollendeter und tatsächlicher geht doch gar nicht. Wie kaum ein
anderer Sport, verlangt der Fussball von seinen Anhängern sich mit
Tatsachen - und mögen die noch so falsch sein - abfinden zu
können. Das gehört doch gerade zur Essenz dieses Spiels.
Dass jetzt ausgerechnet denen, die mit den elementarsten Dingen rund um
den Ball so ihre liebe Mühe haben, auch noch über Gebühr
Gehör geschenkt werden sollte, wäre doch wirklich
falschverstandene Anbiederung an den Mob. Kultur ist Weiterentwicklung
im Einklang mit dem Umfeld. Wo das nicht gelingt, gehen Kulturen ein -
das ist der Weltengang, über den sich auch die emotionalsten
"Fans" und Ultras am Ende nicht hinwegsetzen können.
Was die Stunde geschlagen hat, sollte seit gestern klar sein. Das
politische Messer an der DFL-Kehle hat Wirkung gezeigt. Vielleicht
sollten sich einige Vereine ein Beispiel nehmen.
Wie halten Sie es mit dem Confed-Cup?