01.08.2010 · Theo Zwanziger bleibt DFB-Präsident, doch er ist nicht mehr der Alte. Das Selbstverständnis moralischer Überlegenheit ist einem Verteidigungskurs gewichen. Der König ist zum Burgherrn geworden, die Tore werden geschlossen.
Von Michael EderAls „König ohne Reich“ hat ihn der „Spiegel“ kürzlich aus Südafrika beschrieben, doch auf seinem Thron wird DFB-Präsident Theo Zwanziger bis 2013 sitzen bleiben. Nach Tagen demonstrativer Amtsmüdigkeit, einer Schwäche, unter der Zwanziger des Öfteren leidet, hat er beschlossen, sich auf dem anstehenden Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes für weitere drei Jahre im Amt bestätigen zu lassen. Der 65-Jährige mag zwar nicht mehr Herr über sein Fußballreich sein, spätestens seit Jogi Löw und sein Team in Südafrika gezeigt haben, wie sehr sich Hierarchien und Führungskultur geändert haben, doch auch wenn es nicht mehr sein Reich ist, ein Wahlvolk hat Zwanziger immer noch, ein Volk, das keine Wahl hat, keine Alternative.
Zwanziger bleibt Präsident, doch er ist nicht mehr der Alte. Das Desaster des Schiedsrichterskandals um die Herren Kempter und Amerell, Zwanzigers offensichtliche Abseitsstellung bei der Löwschen Nationalmannschaft, sein ungebremster juristischer Sturmlauf gegen den Journalisten Weinreich, sein unverständlich rauher Umgang mit DFB-Mediendirektor Stenger, das Tamtam um die Vertragsverlängerung von Löw und seinem Trainerteam - das alles und die öffentlichen Reaktionen darauf haben Zwanziger nicht unverändert gelassen.
Nachfragen sind nicht mehr erwünscht
Das Selbstverständnis moralischer Überlegenheit, mit dem er früher in jeden Kampf zog, das herrschaftliche Gehabe, die notorischen Regierungserklärungen, sie sind einem Verteidigungskurs gewichen. Der König ist zum Burgherrn geworden, die Tore werden geschlossen. Als am Freitag das DFB-Präsidium tagte, um die Nachricht offiziell entgegenzunehmen, die Zwanziger tags zuvor seinen Freunden von „Bild“ exklusiv bestätigt hatte, dass die Amtsmüdigkeit nämlich überwunden und die Kandidatur beschlossen sei, und als auch das heiße Eisen Kempter/Amerell besprochen wurde, bei dem sich Zwanziger offenbar arg vergaloppiert hat, da gab es hinterher nicht einmal mehr eine Pressekonferenz, zudem war den Präsidiumsmitgliedern Stillschweigen verordnet worden.
Zwanziger, der große Kommunikator von einst, hielt eine schlichte Pressemitteilung über die Ergebnisse der fast fünfstündigen Tagung für angemessen, angereichert mit ein paar Gefälligkeitszitaten. Bierhoff, nicht gerade ein Zwanziger-Freund, wurde so zitiert: „In den vergangenen sechs Jahren hatte Dr. Zwanziger für alle Wünsche der Nationalmannschaft stets ein offenes Ohr und damit maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung des Teams.“ Solche Sätze hört Zwanziger gern. Früher hat er sie selbst formuliert, jetzt müssen sie andere sagen. Nachfragen sind nicht mehr erwünscht.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 20 | 31 | 43 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 20 | 33 | 41 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 20 | 21 | 41 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 20 | 19 | 40 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Werder Bremen | 20 | -1 | 32 | ![]() |
| 6. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 20 | 1 | 31 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 20 | -2 | 30 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 21 | -11 | 27 | ![]() |
| 9. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 20 | -2 | 24 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Köln | 20 | -11 | 24 | ![]() |
| 11. | ![]() |
VfB Stuttgart | 20 | -2 | 23 | ![]() |
| 12. | ![]() |
Hamburger SV | 20 | -9 | 23 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 20 | -6 | 22 | ![]() |
| 14. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 20 | -12 | 21 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hertha BSC | 20 | -6 | 20 | ![]() |
| 16. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 20 | -9 | 18 | ![]() |
| 17. | ![]() |
FC Augsburg | 20 | -14 | 17 | ![]() |
| 18. | ![]() |
SC Freiburg | 21 | -20 | 17 | ![]() |