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DFB-Präsident Zwanziger : Sein Reich

Herrscher des deutschen Fußballs: Theo Zwanziger hat sich in eine schwierige Lage manövriert Bild: Eilmes, Wolfgang

Theo Zwanziger formt den DFB nach seinem Wunsch und Willen - meist im Alleingang. Während der Schiedsrichterkrise wachsen Verwunderung und Ratlosigkeit über den Präsidenten.

          Es war die Idee von Theo Zwanziger, den früheren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, zu gewinnen, um einen Streit zu befrieden, der den Deutschen Fußball-Bund (DFB) seit nun knapp zwei Jahren belastet. Mit Bischof Huber war nicht nur ein Mediator in der verbittert geführten Auseinandersetzung mit dem früheren Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell gefunden worden, der über jeden Zweifel erhaben ist; die Wahl des hochrangigen Geistlichen zeigte zudem, dass der DFB und sein Präsident auch weit davon sind, ihre eigene Bedeutung zu unterschätzen.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Seit dem späten Montagnachmittag steht nun allerdings fest, dass sich auch Huber um den Seelenfrieden des Verbandes nicht mehr kümmern muss. Auch das hat er Theo Zwanziger zu verdanken. Mein Gott, fragen sich nun viele beim DFB, wie hat es nur so weit kommen können?

          Ganz einfach: Der DFB-Präsident hatte die Anbahnungsgespräche für die Mediation von Huber und DFB-Vizepräsident Rainer Koch in der vergangenen Woche auch dazu benutzt, um seinen sportpolitischen Gegner vorzuführen und zu entmachten. Nachdem Zwanziger dies am Montag in Frankfurt gelungen war - Koch soll sich künftig um den Freizeit- und Breitensport kümmern statt um Rechtssachen (am Ende schlug Koch den Tausch sogar selbst vor) - machte Amerell dem DFB-Präsidenten einen dicken Strich durch die sportpolitische Rechnung. Er sah die Mediation als von Zwanziger instrumentalisiert an und zog daraufhin sein Einverständnis zur Teilnahme, das er Huber und Koch gegeben hatte, nach den Vorgängen in Frankfurt mit Hinweis auf fehlendes Vertrauen zurück.

          Zwanziger regiert nach dem Motto „Der Verband bin ich“

          Der DFB behauptet in einer Pressemitteilung, die Koch bestätigt, dass Amerell schon vor Montag nicht mehr an einer Mediation interessiert gewesen sei. Am Dienstagnachmittag überraschte Amerell mit einer weiteren Wendung. Über seinen Anwalt ließ er vermelden: „Nach den indiskutablen Machtspielen in der DFB-Spitze erklärt sich Manfred Amerell unter Zurückstellung erheblicher Bedenken zur Herbeiführung einer gütlichen Einigung nochmals bereit, einem Mediationsverfahren beizutreten. Vor diesem Hintergrund hat Manfred Amerell den etablierten und über die Bundesgrenzen hinaus anerkannten Mediator Rechtsanwalt Michael Plassmann (Berlin, Vorsitzender des Ausschusses Außergerichtliche Streitbeilegung der Bundesrechtsanwaltskammer) darum gebeten, ein Mediationsverfahren einzuleiten.“

          Wie es nun auch weitergeht: Das Hickhack um die Mediation ist nur das letzte Beispiel einer Amtsführung Zwanzigers, die Position und Person allzu oft in eins setzt, nach dem Motto: „Der Verband bin ich.“ Verwunderung und Ratlosigkeit über einen Präsidenten, der in seinem achten Amtsjahr den deutschen Fußball auch beim Internationalen Fußball-Verband (Fifa) und seinem europäischen Pendant (Uefa) an herausgehobener Stellung vertritt, kamen seit Beginn der Schiedsrichteraffäre vor rund zwei Jahren beim DFB und auch bei der Deutschen Fußball-Liga immer wieder heftig auf.

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