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Deutscher Fußball-Bund Rettung für Mayer-Vorfelder: DFB erfindet Doppelspitze

09.07.2004 ·  Um einen offenen Führungsstreit zu vermeiden, wird es beim DFB künftig zwei Präsidenten geben: Der umstrittene Gerhard Mayer-Vorfelder darf bleiben, Herausforderer Theo Zwanziger wird ihm zur Seite gestellt.

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Gerhard Mayer-Vorfelder hat die Palastrevolution im Keim erstickt und sich eine zweijährige Gnadenfrist als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erkämpft. Statt sein Amt zur Verfügung zu stellen, wird der in die Kritik geratene 71jährige den größten Sportfachverband in einer Doppelspitze gemeinsam mit Herausforderer Theo Zwanziger bis zum September 2006 weiter anführen.

Mit dieser Kompromiß-Lösung, die eine elfköpfige Schlichtungskommission am Freitag bei einer siebenstündigen Marathon-Sitzung in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main erarbeitete, ist eine drohende Schlammschlacht um die Macht zunächst verhindert worden. „Das ist die beste Lösung im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2006“, sagte Liga-Präsident Werner Hackmann.

„Eine menschlich anständige Lösung“

Mayer-Vorfelder soll künftig vorrangig die internationalen und repräsentativen Aufgaben für den DFB wahrnehmen und auch weiterhin den Vorsitz des Aufsichtsrates des WM-Organisationskomitees behalten. Zwanziger soll sich als Geschäftsführender Präsident um das Tagesgeschäft und vor allem die Verbindung zu den Mitgliedsverbänden kümmern. Diesen Vorschlag müssen die Delegierten des Bundestages am 22./23. Oktober in Osnabrück allerdings noch absegnen. Dafür ist eine Satzungsänderung notwendig. „Ich bin mit dieser Entscheidung sehr zufrieden, denn es ist eine menschlich anständige Lösung“, sagte Zwanziger, der bei einer Kampfabstimmung über die Mehrheit der Stimmen verfügen würde.

Der Schatzmeister avanciert damit zwar zum neuen starken Mann, doch es bleibt ein fader Beigeschmack. „Ich fühle mich wohl bei der neuen Aufgabe, denn ich kann nun verändern. Sechs Millionen Mitglieder sind zu schade, als daß wir uns über Monate hinweg einen offenen Führungsstreit leisten können“, begründete Zwanziger seine Zustimmung. Mayer-Vorfelder, der vor allem bei der Basis längst aufs Abstellgleis geraten ist, dürfte mit dem Kompromiß noch besser leben können. „Ich habe mich mit dieser Lösung einverstanden erklärt auch aus der Erkenntnis heraus, daß sie für beide akzeptabel ist und unsere Stärken im Interesse des Fußballs gebündelt werden“, sagte der Schwabe, der sich mit allen verfügbaren Mitteln an seine Machtposition klammert.

Noch kein Bundestrainer in Sicht

Hinter verschlossenen Türen hatten die Vorsitzenden der fünf Regionalverbände, der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes Heinrich Schmidhuber, DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt, DFB- Vizepräsident Alfred Sengle sowie als Vertreter des Profibereichs Liga-Präsident Werner Hackmann, DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub und Franz Böhmert ab 11.00 Uhr über einen Konsens debattiert. „Es war eine der schwierigsten Sitzungen, die ich je beim DFB erlebt habe“, sagte Werder Bremens Aufsichtsratsvorsitzender Böhmert.

Keine neuen Erkenntnisse gab es am Freitag bei der Suche nach einem neuen Bundestrainer. Otto Rehhagel ist weiter die Nummer 1 auf der Kandidatenliste der Trainerfindungskommission (TFK), deren Chef Franz Beckenbauer bereits ein erstes telefonisches Gespräch mit dem 65jährigen Coach geführt hat. Konkrete Verhandlungen sollen allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt geführt werden. „Die Chance, einen Trainer zu finden, ist um so größer, je weniger sein Name in der Öffentlichkeit diskutiert wurde“, sagte Mayer-Vorfelder.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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