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Der Tennis-Kommentar Reinweiß

08.11.2009 ·  Tennis - der weiße Sport. Warum eigentlich? Die Klamotten sind längst quietschbunt geworden. An Kokain kann es auch nicht liegen, denn das sind ja alles nur Einzelfälle: Gasquet, Hingis, Wilander, Novacek.

Von Michael Eder
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Tennis - der weiße Sport. Warum eigentlich? Die Klamotten sind längst quietschbunt geworden. An Kokain kann es auch nicht liegen, denn das sind ja alles nur Einzelfälle: Gasquet, Hingis, Wilander, Novacek. Schuld, dass Tennis ins Gerede gekommen ist, ist der böse Agassi. Nur weil er sein Buch verkaufen will, hat er Doping gestanden, glücklicherweise ist es verjährt und von der ATP sowieso unter den Tisch gekehrt. Schauen wir den Tatsachen ins Auge: Es gibt keinen reineren Sport als Tennis.

Warum auch sollten Spieler, die an ständig wechselnden Schauplätzen in mancher Woche drei, vier Spiele bestreiten, viele über mehrere Stunden, warum sollten ausgerechnet sie, die Ausdauer, Kraft und Konzentration brauchen, um 90 Matches zwischen Januar und November zu überstehen, etwas mit Substanzen zu tun haben, mit denen sich die Kollegen in anderen Disziplinen gern einmal behelfen, mit Epo vielleicht, das die Ausdauer steigert, mit Testosteron, das die Erholung beschleunigt, mit einem Anabolikum, das die Muskeln stärkt, mit Amphetaminen, die aufputschen? Was soll das Zeug einem Tennisspieler bringen?

Das sagt sich auch der internationale Tennisverband. Der hat im Jahr 2008 weltweit 157 Blutkontrollen veranlasst, ausschließlich bei Grand-Slam-Turnieren. Die Zahl der Trainingskontrollen: 91. Das zeugt von einer ruhigen Hand im Antidopingkampf und verzichtet auf jeden Aktionismus, wie ihn etwa der internationale Radsportverband betreibt, der 2008 6662 Trainingskontrollen veranlasst hat. Im Tennis gebärden sich nur die Belgier als Störenfriede, sie haben gerade Yanina Wickmayer und Xavier Malisse wegen versäumter Abmeldungen aus dem Verkehr gezogen. Erstaunlich.

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