14.04.2008 · In der Bundesliga ist Ebi Smolarek ein alter Bekannter. Lange stürmte er für Borussia Dortmund. Im Sommer will der niederländische Pole für sein Team entscheidende Tore bei der Euro schießen - gegen die Erinnerung an ein „brutales“ Spiel.
Dass ausgerechnet der frühere Bundesliga-Profi Ebi Smolarek dem zweimaligen WM-Dritten Polen die lang ersehnte erste Euro-Teilnahme ermöglichen würde, war für die Fans in seiner Heimat keine Überraschung. Schon 2005 und 2006 war der damals in Diensten von Borussia Dortmund stehende Stürmer zu Polens Fußballer des Jahres gewählt worden, nach seinen zwei Toren zum entscheidenden 2:0-Erfolg gegen Belgien am 18. November 2007 im schlesischen Chorzow und insgesamt neun Treffern in der Euro-Qualifikation war die dritte Wahl in Folge nur noch Formsache.
Dass der als schwierig geltende Angreifer im Nationalteam gerade unter Leo Beenhakker aufblüht, ist auch kein Zufall. Da sein Vater Wlodzimierz - unter anderem auch für Eintracht Frankfurt in der Bundesliga aktiv - als Profi lange Jahre in den Niederlanden spielte, wuchs Euzebiusz dort auf. Niederländisch ist seine Muttersprache.
„Einfach brutal“, dieses WM-Spiel von 2006
„Ich fühle mich mehr als Pole denn als Niederländer. Ich spreche vielleicht nicht perfekt die Sprache, doch ich bin dort geboren und das ist mir wichtig“, erklärte der 27-Jährige, warum er sich dennoch anders entschied als die für Deutschland spielenden Polen wie Miroslav Klose oder Lukas Podolski. Auf sie wird Smolarek im Gruppenspiel am 8. Juni in Klagenfurt treffen.
Mit Sicherheit ein besonderes Spiel für den Stürmer, der im vergangenen Sommer kurz vor Saisonbeginn für rund 4,8 Millionen Euro von Dortmund zu Racing Santander in die spanische Primera Division gewechselt war. Das 0:1 in der Nachspielzeit bei der WM 2006 („Einfach brutal“) ist unvergessen, zudem will Smolarek endlich auf internationaler Bühne glänzen. Bei der WM stand er 265 von 270 mögliche Minuten auf dem Platz, konnte das Vorrunden-Aus aber nicht verhindern und blieb ohne Tor.