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Der Fußball-Kommentar Viel mehr als nur ein dummer Streich

23.09.2008 ·  Es läuft ganz wunderbar in Hoffenheim. Sportlich liefert der Aufsteiger den etablierten Kräften in der Bundesliga Anschauungsunterricht in Sachen Fußball, Konzeption und intelligenter Unternehmensentwicklung. Deshalb hat der Neid ein Ziel - Dietmar Hopp.

Von Michael Eder
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Es läuft ganz wunderbar in Hoffenheim. Sportlich liefert der Aufsteiger den etablierten Kräften in der Bundesliga Anschauungsunterricht in Sachen Fußball, in Sachen Konzeption, in Sachen intelligenter Unternehmensentwicklung. Das gefällt nicht jedem. Empörkömmlinge sind nirgendwo gern gesehen, wo sich geschlossene Zirkel im Stillstand selbst berauschen, wo nicht Können und Vision, sondern Verharren und Tradition die Zugehörigkeit bestimmen.

So reden die Alten: Wir waren schon immer dabei, wir sind Gründungsmitglied - was kann es Wichtigeres geben? Und wenn ihr neu seid, dann stellt euch mal hinten an, draußen vor der Tür. Das ist das Gehabe der Platzhirsche. Hoffenheim ist dabei, damit ordentlich aufzuräumen - und wird dabei zum Feindbild der Gestrigen, die Entwicklungen verschlafen und unternehmerisch mehr als einmal gescheitert sind.

Wo Geld ein Gesicht bekommt, hat der Neid ein Ziel

Das Transparent, das jetzt ein Dortmunder Fan beim Spiel in Mannheim in die Höhe hielt und das den Hoffenheimer Finanzier Dietmar Hopp im Fadenkreuz eines Zielfernrohrs zeigt, ist letztlich nur ein arg missglückter Dummejungenstreich, aber doch auch Ausdruck dieser Haltung, die sich mit aller Gewalt gegen Neues stemmt.

Jedem Denkenden ist klar, dass der Milliardär Hopp in Hoffenheim ein Projekt gestartet hat, das von seiner unternehmerischen und strategischen Qualität her die allermeisten Vereine weit in den Schatten stellt. Hopps Pech ist: In Deutschland verbindet man mit seinem Namen nicht sein erstklassiges Konzept, sondern sein Geld, und wo Geld ein Gesicht bekommt, bekommt der Neid ein Ziel.

Die Angriffe wurden einst fahrlässig vom Mainzer Manager eingeleitet

Kein Mensch, kein Fan regt sich darüber auf, wenn gesichtlose Unternehmen - wie in Dortmund, in Frankfurt, in Köln, in Wolfsburg, in Hamburg und sonstwo - die große Party finanzieren. Doch Hopp sitzt auf der Tribüne, er ist ein leichtes Ziel. Die Angriffe, einst fahrlässig eingeleitet vom Mainzer Manager Christian Heidel (siehe: Sportpsychologe Herrmann: Jenseits von Gut und Böse), haben über die Wochen an Schärfe gewonnen. Ob es von Hopp nun klug ist, den Dortmunder Fan zu verklagen? Oder ob das die Solidarität unter den Neidern nur noch verstärkt?

Was Hopp braucht, sind gute Nerven - und ein wenig Zeit, denn die spielt für ihn. Wenn sich die Hoffenheimer Mannschaft weiter entwickelt wie bisher, erübrigen sich in ein paar Jahren alle Fragen, alle Angriffe. Dann wird nicht nur die Schönheit des Spiels für Hoffenheim sprechen, sondern auch der sportliche und wirtschaftliche Erfolg.

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Jahrgang 1957, Sportredakteur.

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