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Nachwuchsspieler beim DFB-Team : Deutsches Fußballglück

Nach dem Sommer muss sich Löw entscheiden, welche Nachwuchsspieler mit zur WM fahren. Bild: dpa

Deutschland kann in diesen Tagen doppelt und dreifach eine qualitativ hochwertige Mannschaft aufstellen. Nach diesem Sommer muss sich Löw entscheiden, welche jungen Kräfte er mitnimmt zur WM – denn davon gibt es derzeit ein Überreichtum.

          Die Weltmeister weilen im Urlaub – und der Nachwuchs dreht auf. Der deutsche Fußball kann nach diesem Wochenende mit einiger Zufriedenheit auf seine Talente schauen, die gerade in Osteuropa auf sich aufmerksam machen, während sich die allerbesten deutschen Kicker ihre Sommerpause gönnen. Am Samstag hat erst die U-21-Nationalmannschaft das Halbfinale der Europameisterschaft in Polen erreicht, wenn auch mit zitternden Knien.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Einen Tag später und einige hundert Kilometer weiter östlich schaffte die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw beim Confed Cup in Russland die weitaus größere und für viele Fans und Experten auch weit überraschendere Leistung. Eine auch im letzten Gruppenspiel gegen Kamerun noch einmal stark veränderte Mannschaft schlug erst den Afrika-Meister Kamerun verdient mit 3:1 – und zog dadurch sogar als Gruppensieger vor dem hochgeschätzten Südamerika-Meister Chile ins Halbfinale ein.

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          Der 100. Sieg des Bundestrainers in seinem 150. Länderspiel dürfte Löw nicht nur wegen der beiden Jubiläen in Erinnerung bleiben. Mit sieben Punkten und sieben Toren aus den drei Vorrundenspielen haben seine immer wieder neuformierten Teams ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit eben auch unter diesen erschwerten Bedingungen bewiesen. Gewisse Schwächephasen wie gegen Kamerun sind kein Grund zu klagen bei einem solchen Team, sondern sie gehören zur Entwicklung dazu, wenn aus den Neuentdeckungen des Confed Cups in einem Jahr auch Verstärkungen für den WM-Kader des Titelverteidigers werden sollen.

          Was die U 21 und das Reserveteam des Weltmeisters in der kommenden Woche noch leisten können und werden, ob es tatsächlich auch zu Titeln reicht, ist sportlich betrachtet aber auch nur eine Etappe. Die wichtigste Aufgabe steht dem Bundestrainer danach noch ganz allein bevor – aus den Weltmeistern von gestern, dem U-21-EM-Team und der Confed-Cup-Auswahl von heute den besten Kader für die WM im kommenden Jahr zu bilden. Es wird, so viel lässt sich nach den Erfahrungen der aktuellen Turniere schon jetzt sagen, eine ziemliche Herausforderung, genau die erfahrenen und jungen Kräfte aus diesen Mannschaften herauszupicken, die sich dem Bundestrainer in diesen Tage überreich wie nie zuvor anbieten.

          Eine Qual ist diese Wahl natürlich nicht, sondern eine große Chance, die Verjüngung und Erneuerung des Weltmeisters entschlossen und damit auch weit entschiedener voranzutreiben, als Löw das noch vor der vergangenen Europameisterschaft wollte. Was für ein fußballerischer Reichtum in diesem Sommer für den deutschen Fußball mit Blick auf die Zukunft aufscheint, macht auch ein Blick auf den beim Confed Cup schon in der Vorrunde gescheiterten Gastgeber deutlich. Die Russen, die ein Vermögen für die WM und ihren nationalen Ruhm investiert haben, wären heilfroh, wenn sie nur eine einzige Mannschaft von der Qualität vorzuweisen hätten, die Deutschland in diesen Tagen doppelt und dreifach auf die Beine stellen kann.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

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          Quelle: F.A.Z.

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