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Chapeau Attacke gegen rechts

29.08.2010 ·  Angelika Ribler berät Vereine, wie sie bei rechtsextremen Vorfällen reagieren sollen. Die Psychologin und Sportwissenschaftlerin arbeitet meist im Hintergrund. Zum Glück bekommt Angelika Ribler nun eine Plattform.

Von Martin Gropp
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Obwohl sie Großes leisten, nimmt die Öffentlichkeit die Heinzelmänner des Sports nur selten wahr - oder nur dann, wenn es auf ihrem Arbeitsfeld schlechte Nachrichten gibt. So ergeht es auch Angelika Ribler. Die Psychologin und Sportwissenschaftlerin arbeitet für die Sportjugend Hessen und leitet dort seit 2007 das Projekt „Mobile Interventionsteams gegen Rechtsextremismus im Sport“. Sie berät Vereine, wie sie bei rechtsextremen Vorfällen reagieren sollen - mit viel Engagement und eben meist im Verborgenen.

Nur wenn es kracht und scheppert, kommt Angelika Ribler zum Vorschein. Zuletzt war das so, als bekannt wurde, dass im sachsen-anhaltischen Ort Laucha ein NPD-Gemeinderat Jugendspieler im dortigen Fußballklub betreut. In einem Beitrag der ARD-Tagesthemen konnte Ribler erklären, wie ihre Arbeit funktioniert - allerdings nur in einem knappen Zehn-Sekunden-Statement.

Gegen Antisemitismus und Rassismus

Zum Glück gibt es andere Wege, um die Arbeit der sportlichen Heinzelfrauen wie Angelika Ribler bekannter zu machen: indem man sie mit Preisen auszeichnet. Im Falle der hessischen Psychologin ist das der Julius-Hirsch-Ehrenpreis, den der Deutsche Fußball-Bund ihr Anfang September überreichen wird.

Der Preis erinnert an den deutsch-jüdischen Nationalspieler Julius Hirsch, der 1943 im Konzentrationslager Auschwitz umgebracht wurde. Er wird Menschen verliehen, die sich auf dem Platz, im Verein und in der Gesellschaft gegen Antisemitismus und Rassismus einsetzten - wie es in den Preisstatuten heißt -, und zwar „beispielhaft und unübersehbar“.

Angelika Ribler weiß, dass sie nach der Preisverleihung wieder im Hintergrund werkeln wird. Aber sie macht es, weil sie sich gewiss ist, dass ihre Arbeit erfolgreich ist und weiterhin nötig. „Solange es auch nur einen rechtsextremistischen Vorfall in Vereinen gibt“, sagt sie, „lohnt sich diese Arbeit.“

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