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Champions-League-Kommentar Kein Anlass für Grundsatzerklärungen

 ·  Borussia Dortmund hat das erste Champions-League-Spiel der neuen Saison gewonnen. Der gelungene Start ist aber noch kein Anlass für Triumphgeheul.

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© REUTERS Kein Anlass für Triumphgeheul: Borussia Dortmund hat gegen Ajax nur ein Spiel gewonnen

Die Erleichterung sei Borussia Dortmund nach den Erfahrungen der vergangenen Spielzeit gegönnt. Lewandowskis 1:0-Siegtreffer gegen Ajax Amsterdam in der 87. Minute bedeutet aber längst nicht, dass der deutsche Fußballmeister nun auch das Erfolgsrezept für die Champions League gefunden hat. Nur um ganz feine Nuancen unterschied sich die Vorstellung des BVB gegen den prominentesten niederländischen Klub vom Auftreten in der vergangenen Königsklassen-Saison, als drei Spiele gegen bestenfalls gleichwertige Gegner wie Marseille (2) und Piräus verlorengingen und am Ende der letzte Platz in der Gruppe F stand.

Wie damals war die Borussia am Dienstagabend gegen Ajax um Offensive bemüht, wie damals spielte sie genug Torchancen heraus, um das Spiel in günstige Bahnen zu lenken, wie damals verschluderte sie die Gelegenheiten, wie damals ließ sie dem Gegner mehrmals freie Bahn aufs eigene Tor. Der Unterschied, abgesehen von einer etwas vorsichtigeren Grundhaltung: Ajax schlug die Einladungen zum Toreschießen aus, und diesmal erlöste Lewandowski die Dortmunder eben doch noch, als das gegnerische Tor schon wieder wie vernagelt schien.

Kein Anlas für Triumphgeheul

Für ein mit der Erwartung verknüpftes Triumphgeheul, es nun auch Manchester City und Real Madrid zeigen zu können, wie es nun einige Medien anstimmen, besteht kein Anlass. Genauso wenig, wie er vor einem Jahr bestand, die Borussen als unwürdigen Bundesliga-Vertreter zu verunglimpfen. Borussia Dortmund ist, was es schon vor zwölf Monaten war: ein europäisches Spitzenteam, das aufgrund seiner Jugend noch etwas anfälliger ist als andere.

Die Annahme, dass der Erfahrungszuwachs der sechs Champions-League-Matches der vergangenen Spielzeit einen entscheidenden Fortschritt bedeuteten, ist genauso abwegig wie die damalige Erklärung, dass wegen der mangelnden Routine das Scheitern programmiert war. Die Begründung hätte vielleicht gezogen, wenn die Borussen gegen Chelsea oder Inter Mailand ausgeschieden wären und nicht gegen Mittelklasse-Teams wie Marseille und Piräus, deren Kaliber in der Bundesliga für Dortmund seit mittlerweile 31 Ligaspielen kein Problem mehr darstellt.

Wieso ist es so schwer einzugestehen, dass es im Fußball so etwas wie Zufall, Glück und Pech und Tagesform gibt? Nicht jedes Ergebnis eignet sich für eine Grundsatzerklärung.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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