09.09.2004 · Bremen, Bayern München und Leverkusen konkurrieren in der neuen Saison der Champions League um Übertragungen bei Sat.1 und Fernsehhonorar. Obwohl Werder zunächst am meisten kassiert sind die Bremer unzufrieden.
Die Konkurrenz in der Champions League belebt das Geschäft und schmälert die TV-Einnahmen. Der deutsche Meister Werder Bremen, Rekordmeister FC Bayern München und Bayer Leverkusen konkurrieren in der neuen Saison nicht nur um die Übertragung beim Free-TV-Sender Sat.1. Das Trio hofft auch auf ein möglichst großes Stück aus dem Honorarkuchen.
„Von der Natur der Sache werden wir bei drei Clubs weniger Fernsehhonorar erhalten. Deshalb wollen wir durch größeren sportliche Erfolg das Geld aus dem Vorjahr einspielen“, erklärte Bayern-Manager Uli Hoeneß am Donnerstag in Berlin.
Am Anfang kassiert Bremen
Die Bayern kassierten in der vergangenen Spielzeit trotz des frühen Ausscheidens im Achtelfinale 19,45 Millionen Euro. Beim VfB Stuttgart waren es immerhin noch 18,38 Millionen Euro. Neben dem Startgeld (3,63 Millionen) und den Prämien (330.000 Euro pro Sieg in der Gruppe) bilden die Gelder aus dem so genannten Marktpool der europäischen TV-Sender den größten Batzen. Sat.1 und der Pay-TV-Sender Premiere zahlen zusammen rund 20 Prozent in den Topf. Entsprechend groß ist der Rückfluß für die Bundesliga-Clubs.
In der neuen Saison muß das Geld aus dem Marktpool aber unter drei Clubs aufgeteilt werden. Werder Bremen erhält als Meister 50 Prozent, München 35 Prozent und Leverkusen 15 Prozent. „Deshalb wollen wir auf alle Fälle die Gruppenphase überstehen“, sagte Hoeneß. Ein frühes Ausscheiden eines Bundesligisten erhöht den Anteil der anderen Vereine. Leverkusens Manager Wolfgang Holzhäuser hat nach den Stuttgarter Zahlen aus dem Vorjahr eine Hochrechnung angestellt. „Wenn wir ein Spiel in der Vorrunde gewinnen, kommen wir auf rund 8,5 Millionen Euro Einnahme aus der Champions League.“
Bisher kein Werder-Livespiel
Sat.1 startet seine Live-Berichterstattung am kommenden Mittwoch mit der Leverkusener Partie gegen Real Madrid. Am zweiten Spieltag ist das Spiel von Bayern München gegen Ajax Amsterdam zu sehen. Insgesamt 13 Spiele inklusive des Finales am 25. Mai 2005 in Istanbul darf der Privatsender original im Free TV zeigen. Alle 125 Spiele live überträgt wie bisher der Pay-TV-Kanal Premiere. Während der Abo-Sender Franz Beckenbauer verpflichtet hat, hält Sat.1 am neuen Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff als Experten für die
„Königsklasse“ fest.
„Ich bin vertragstreu und froh, daß drei Bundesliga-Clubs in der Champions League spielen. So kann ich auch die Nationalspieler beobachten und in der Öffentlichkeit beurteilen. Die Spieler können gut mit dieser Kritik umgehen“, sagte Bierhoff. Weniger froh sind die Verantwortlichen von Werder Bremen. Bisher hat Sat.1 noch kein Live-Spiel mit dem Meister ausgewählt. „Wir legen unser Spiel immer nach der jeweiligen Konstellation in den Gruppen fest. Notfalls lassen wir die Zuschauer abstimmen“, erklärte Sat.1-Sportchef Albrecht Schmitt-Fleckenstein. „Das muß man akzeptieren. Ich würde die Umfrage machen“, sagte Bayern-Manager Hoeneß.