Sparta Prag schaffte als zweites Team nach Real Madrid die vorzeitige Qualifikation für die Zwischenrunde, doch die Schlagzeilen gehörten Manchester United und Deportivo La Coruna.
Im bislang schönsten und spektakulärsten Spiel dieser Champions-League- Saison feierte der spanische Vizemeister dank zweier Torwart-Geschenke von Fabien Barthez einen 3:2-Sieg. „Dieser Sieg geht in die Fußball-Geschichte ein“, griff Deportivo-Trainer Javier Irureta sehr hoch, und Spaniens führende Zeitung „El Pais“ lobte überschwänglich: „In Old Trafford gewinnen nur die ganz Großen.“
Barthez am Medien-Pranger
Dagegen stellten Englands Medien in großen Lettern schonungslos den französischen Welt- und Europameister Barthez an den Pranger: „Pfuscher Barthez macht United nieder“ titelte „Daily Mail" und „Sun" schrieb: „Barthez mit doppeltem Desaster. Selbst die sonst zurückhaltende „Times“ wagte sich zu der plakativen Darstellung: „Uniteds Zug entgleist durch Barthez' Fehler.“
Der Keeper hatte in der Tat einen rabenschwarzen Tag erwischt. Bei La Corunas Ausgleich zum 1:1 lief er nach einem Missverständnis mit Verteidiger Wesley Brown am Ball vorbei, den Sergio unbedrängt ins leere Tor schieben konnte. Beim Siegtreffer der Galicier verschätzte er sich beim Herauslaufen, rutschte diesmal am Ball vorbei, und der zuvor schon zum 2:1 erfolgreiche Diego Tristan lief unverhofft aufs leere Tor zu.
Sir Alex ließ Milde walten
„Es ist immer schwer, eine Niederlage zu verdauen. Aber in solch einem Superspiel fällt das Verlieren ein wenig leichter“, ließ United-Trainer Sir Alex Ferguson in seinem Urteil Milde walten. Die 65.000 Zuschauer und der deutsche Schiedsrichter Herbert Fandel erlebten einen offenen Schlagabtausch und Torszenen auf beiden Seiten.
Dank der 1:2-Niederlage des OSC Lille (4 Punkte) beim nun punktgleichen Olympiakos Piräus belegt Manchester (6) immerhin Platz zwei der Gruppe G hinter dem neuen Spitzenreiter La Coruna (8).
Sparta Prag schon eine Runde weiter
In der Gruppe H ist Sparta Prag dem Konkurrenten Bayern München bereits einen Schritt voraus. Der tschechische Serienmeister sicherte sich mit einem 2:0 bei Feyenoord Rotterdam vorzeitig den mit knapp zwei Millionen Euro belohnten Einzug in die Zwischenrunde. Vor 40.000 Zuschauern erzielten die Nationalspieler Jiri Jarosik und Jiri Novotny die Treffer gegen am Ende nur noch neun Niederländer. Erst flog Stürmerstar Pierre van Hoojdonk wegen eines groben Fouls (67.) vom Platz, sieben Minuten später musste Ferry de Haan mit Gelb-Rot vom Platz.
„Im Angriff haben wir stark gespielt, die Abwehr war nicht in bester Verfassung“, kommentierte Trainer Jaroslav Hrebik die Leistung seines siegreichen Teams erstaunlich kritisch. Schließlich ist der Traditionsverein bislang in allen vier Spielen ohne Gegentor geblieben. Am 31. Oktober könnte es an der Moldau zum Endspiel um den Gruppensieg gegen den deutschen Rekordmeister kommen.
Lyon jagt Leverkusen
Selbst das Minimalziel Uefa-Cup ist für Fenerbahce Istanbul nach der verdienten 1:3-Niederlage bei Olympique Lyon - der vierten Pleite im vierten Spiel - nicht mehr zu erreichen. Dagegen gab sich Olympique-Trainer Jacques Santini kämpferisch, den Drei-Punkte-Rückstand zum Führungsduo Barcelona und Bayer Leverkusen aufzuholen: „Heute haben wir den ersten Schritt gemacht. Jetzt wollen wir die beiden anderen Mannschaften schlagen.“
Leverkusen muss trotz der drei Siege aufpassen, am Ende nicht in den Uefa-Cup abzusteigen. Selbst ein Sieg in Istanbul sichert noch nicht das Weiterkommen, wenn am 31.Oktober das Gruppenendspiel gegen Lyon verloren wird, und die Franzosen ihr Heimspiel gegen Barcelona gewinnen.
Juventus Turin übernimmt
In Gruppe E übernahm Juventus Turin die Tabellenführung. Der italienische Rekordmeister landete einen 1:0-Arbeitssieg gegen Rosenborg Trondheim. Mit einem Zähler Rückstand blieb der FC Porto auf "Juves" Fersen. Die Portugiesen hatten wenig Mühe, um sich gegen den bisherigen Tabellenführer Celtic Glasgow sicher mit 3:0 durchzusetzen.