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Champions League Auch Leverkusen weiter: Deutsches Trio im Achtelfinale

 ·  Nach Bremen und den vorab bereits qualifizierten Bayern, die zum Abschluß 2:2 in Amsterdam spielten, steht auch Bayer nach einem 3:0 gegen Kiew in der Runde der letzten 16 in der Champions League.

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Bayer 04 Leverkusen hat den Bundesliga-Durchmarsch ins Achtelfinale der Champions League perfekt gemacht. Durch einen verdienten 3:0 (0:0)-Erfolg über Dynamo Kiew schloß die Mannschaft von Trainer Klaus Augenthaler am Mittwoch die Vorrunde als Gruppensieger ab und folgte Bayern München (2:2 in Amsterdam) und Werder Bremen in die K.-o.-Spiele. Erstmals seit sieben Jahren sind in der europäischen Königsklasse drei deutsche Vereine in der Runde der letzten 16 (Ergebnisse Champions League).

In der mit 22.500 Zuschauern ausverkauften BayArena präsentierte sich der Bundesliga-Achte wieder einmal als Mannschaft der zweiten Halbzeit. Der Brasilianer Juan brachte Bayer in der 51. Minute per Kopfball in Führung. Der starke Andrej Woronin (77.) und Marko Babic (86.) besiegelten den Triumph und die vorweihnachtliche Bescherung. 2,5 Millionen Euro Prämie gibt es für den Achtelffinal-Einzug, insgesamt haben die Leverkusener bereits rund zwölf Millionen Euro in dieser Champions League-Saison verdient. Während Bayer bei der Auslosung am 17. Dezember einen Gruppenzweiten als Kontrahenten erhält und zunächst auswärts antritt, muß Kiew in den Uefa-Cup.

Augenthaler: „Wunderbare Moral“

„Die Mannschaft hat eine wunderbare Moral gezeigt“, sagte Trainer Klaus Augenthaler, der aber auch zugab: „Ich war mir erst beim 3:0 sicher, daß nichts mehr passiert.“ Auch Torhüter Jörg Butt lobte die Moral: „Wir haben gezeigt, daß wir eine Mannschaft sind. Der Sieg war klar verdient.“

In zweiten Spiel am Mittwoch mit deutscher Beteiligung beendete Michael Ballack mit seinem ersten Champions-League-Tor der Saison die Niederlagen-Serie deutscher Clubs bei Ajax Amsterdam beendet und dem FC Bayern München 163.000 Euro Weihnachtsprämie beschert.

Der Nationalspieler sicherte dem bereits vorher für das Achtelfinale qualifizierten deutschen Rekordmeister mit seinem Treffer in der 78. Minute das 2:2 (1:1) und sorgte damit für ein versöhnliches Ende des Betriebsausfluges. Drei Tage vor dem „Endspiel“ um die Bundesliga-Herbstmeisterschaft gegen den VfB Stuttgart sah es nach Toren von Tomas Galasek (38.) und Nicolae Mitea (64.) so aus, als würde auch im 15. Anlauf eine deutsche Mannschaft in Amsterdam verlieren. Vor 49.000 Zuschauern hatte Roy Makaay (9.) die Bayern mit seinem siebten Treffer im Wettbewerb in Führung geschossen.

Wichtiger Test für Deisler

Bayern-Manager Uli Hoeneß ärgerte sich „maßlos“ über die durch Nachlässigkeiten vertane Chance, die Amsterdam-Arena als Sieger zu verlassen: „Denen mußt du doch fünf Stück geben.“ Mit Blick auf die Achtelfinal-Auslosung, in der den Bayern auf jeden Fall ein Gruppensieger als Gegner zugelost wird, meinte Hoeneß: „Leichte Gegner gibt es jetzt nicht mehr.“

Im Hinblick auf den Bundesliga-Gipfel am Samstag im Olympiastadion war die sportlich bedeutungslose Partie vor allem ein wichtiger Test für Sebastian Deisler, der erstmals seit zwei Monaten wieder in der Anfangsformation der Bayern stand. Der Nationalspieler, von Trainer Felix Magath in seiner Lieblingsposition hinter den Spitzen aufgeboten, war trotz fehlender Spielpraxis noch der eifrigste Bayern-Spieler.

Leverkusen war gegen Kiew noch gar nicht richtig im Spiel, als sich die Vorzeichen schon gravierend verschlechtert hatten. Gruppen-Konkurrent Real Madrid war im Fernduell bei Schlußlicht AS Rom in Führung gegangen und bescherte Bayer die Gewißheit, daß wohl nur ein Sieg das Weiterkommen sichert.

Bayer wieder mit starker zweiter Halbzeit

Die Realisierung fiel allerdings zunächst schwer. Zwei frühen Chancen durch Andrej Woronin (5.) und Robson Ponte (15.), dessen 25-Meter-Freistoß Torhüter Alexander Schowkowski vor große Probleme stellte, folgte ein zähes Anrennen. Bei allem Bemühen fehlte die spielerische Linie und die Genauigkeit, um die gut organisierte Abwehr der Ukrainer auszuhebeln.

Mit dem Wissen, acht der bisherigen zehn Tore in der Champions League nach dem Seitenwechsel erzielt zu haben, kam Leverkusen aus der Kabine - und wurde seinem Ruf wieder einmal gerecht. Nach einem Eckball des starken Woronin köpfte Juan in der 51. Minute zur erlösenden Führung ein. In den folgenden Minuten, als Kiew geschockt und konfus war, verpaßte Leverkusen die schnelle Vorentscheidung. Woronins Linksschuß landete am Pfosten (56.). Zwei Minuten später brachte Dimitar Berbatow seinen Coach in Rage, als er Torwart Schowkowski bereits ausgespielt hatte, den Ball aber nach einer Pirouette nicht im verwaisten Tor unterbrachte.

„So etwas rächt sich oft“, meinte Augenthaler später. Denn Kiew hatte plötzlich zwei Großchancen zum Ausgleich. Erst reagierte Torhüter Jörg Butt prächtig (59.), dann parierte Bernd Schneider für seinen geschlagenen Keeper auf der Torlinie (67.). Schneider war es auch, der zehn Minuten später das große Zittern beendete. Nach starker Vorarbeit des Nationalspielers brauchte Woronin nur noch zum 2:0 einzuschieben.

Bayer Leverkusen - Dynamo Kiew 3:0 (0:0)
Leverkusen: Butt - Juan, Nowotny, Roque Junior - Schneider, Ramelow, Babic - Freier (82. Bierofka), Ponte (74. Balitsch) - Berbatow, Woronin
Kiew: Schowkowski - Ghioane, Gavrancic, El-Kaddouri, - Sablic, Gusin (61. Fedorow) - Husjew (72. Cernat), Rodolfo, Rincon - Kleber, Verpakovskis (67. Schatskich)
Schiedsricher: Pierluigi Collina (Italien)
Tore: 1:0 Juan (51.), 2:0 Woronin (77.), 3:0 Babic (86.)
Zuschauer: 22.500 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Ramelow (2), Juan, Ponte (4) - El-Kaddouri

Ajax Amsterdam - Bayern München 2:2 (1:1)
Amsterdam:
Vonk - Trabelsi, Grygera (75. Obodai), Escude, Maxwell - de Jong, Galasek, Sneijder (75. van der Vaart) - Rosales, Babel, Mitea (72. Boukhari)
München: Kahn - Kuffour, Demichelis, Kovac, Rau - Hargreaves (74. Schweinsteiger), Ballack, Frings (46. Ze Roberto), Deisler - Makaay, Pizarro (46. Guerrero)
Schiedsrichter: Lucilio Cortez Batista (Portugal)
Tore: 0:1 Makaay (9.), 1:1 Galasek (38.), 2:1 Mitea (64.), 2:2 Ballack (78.)
Zuschauer: 50.019 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Babel, de Jong - Kovac, Deisler, Demichelis

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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