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Bundestrainer-Suche „Ich traue mir diesen Job zu“

11.07.2004 ·  Der Deutsche Fußball-Bund wird nach der Absage von Otto Rehhagel vorerst keine Verhandlungen mit möglichen Kandidaten für den Posten des Bundestrainers aufnehmen. Lothar Matthäus steht aber bereit.

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Die Trainerfindungskommission (TFK) des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird nach der Absage von Otto Rehhagel vorerst keine Verhandlungen mit möglichen Kandidaten für den Posten des Bundestrainers aufnehmen. Darauf haben sich am Sonntag die vier Mitglieder Franz Beckenbauer, Gerhard Mayer-Vorfelder, Werner Hackmann und Horst R. Schmidt in einer Telefonkonferenz geeinigt. Erst bei einem in den kommenden Tagen geplanten Gedankenaustausch will sich die TFK auf einen neuen Kandidaten festlegen. Einer steht schon bereit: Lothar Matthäus.

Haben Sie nach der Absage von Otto Rehhagel schon Kontakt mit Franz Beckenbauer gehabt, dem Chef der Bundestrainerfindungskommission?

Ich habe ständig Kontakt zu Franz, aber nach der Absage von Rehhagel haben wir noch nicht gesprochen.

Sie werden jetzt als heißer Kandidat für den Bundestrainerposten gehandelt. Wären Sie bereit, diesen Job zu übernehmen?

Ich kann nur noch mal wiederholen, daß es eine reizvolle Aufgabe wäre. Ich sehe die Zukunft des deutschen Fußballs auch nicht so schwarz wie sie derzeit von einigen gemalt wird. Es gibt einen Spielerkreis von rund 30 Personen, aus dem man eine gute Mannschaft formen könnte. Wichtig wäre zudem, daß alle Spieler wieder mit Stolz das Nationaltrikot tragen. Zudem muß der neue Bundestrainer knapp zwei Jahre vor der WM im eigenen Land die volle Rückendeckung des DFB und der Bundesliga haben. Um eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen, müssen alle anderen Interessen in den Hintergrund gestellt werden.“

Es gibt Gerüchte, daß Sie als Bundestrainer gerne mit einem Teammanager Rudi Völler zusammenarbeiten würden. Ist da etwas dran?

Das sind alles Spekulationen, denn in der Bundestrainerfrage hat bislang noch nie jemand von offizieller Seite mit mir gesprochen. Ich habe nur betont, daß ich mit Rudi Völler noch nie Probleme hatte.

Grundsätzlich würden Sie sich die Aufgabe aber zutrauen?

Ich traue mir diesen Job sicherlich zu. Ich merke, daß Spieler auf mich hören und ich auch bei jungen Spielern ankomme. Durch meine Trainertätigkeiten in Wien, Belgrad und derzeit bei der ungarischen Nationalmannschaft habe ich auch schon reichlich Erfahrung gesammelt. Da sehe ich keine Probleme.

Nach den Absagen so prominenter Namen wie Ottmar Hitzfeld, Otto Rehhagel und Arsene Wenger müßten Sie sich aber doch als dritte oder sogar vierte Wahl vorkommen.

Das ist wie im Trainergeschäft. Da bekommt man auch nicht immer seinen Wunschspieler und muß sich dann anderweitig umsehen. Und auf einmal verpflichtet man einen Spieler, der angeblich nur zweite Wahl ist und der dann einschlägt wie eine Granate. So ist eben das Business.

Sie stehen beim ungarischen Verband bis 2006 unter Vertrag. Bestünde denn überhaupt eine Möglichkeit für Sie, aus diesem Vertragsverhältnis früher herauszukommen?

Das sind derzeit nur ungelegte Eier, von daher ist das für mich im Moment noch gar kein Thema. Wenn man mich ansprechen sollte, wird man aber sicher eine Lösung finden.

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